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US-Konjunktur

US-Firmen schaffen trotz Wachstumsdelle neue Jobs   Facebook be



03.02.2013
 
Vor allem Dienstleister bauen Personal auf - Industrie startet mit viel Schwung ins Jahr

Die US-Firmen stellen trotz der jüngsten Konjunkturschwäche weiter ein. Im Januar entstanden 157.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Positiv werteten Ökonomen vor allem, dass Ende 2012 weit mehr Stellen entstanden waren als ursprünglich gemeldet. "Insgesamt setzt sich die zwar nicht sehr dynamische, aber dennoch stabile Aufwärtsbewegung am US-Arbeitsmarkt fort", sagte Postbank-Chefökonom Marco Bargel. Von einer leichten Verbesserung sprach auch Analyst Craig Dismuke. "Dies ist aber noch zu wenig, um die Arbeitslosigkeit spürbar zu senken." Positive Signale kamen auch vom Konsumklima und von der US-Industrie, die mit überraschend viel Schwung ins Jahr startete.

Die US-Wirtschaft war Ende vorigen Jahres erstmals seit dem Krisenjahr 2009 geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im vierten Quartal 2012 aufs Jahr hochgerechnet überraschend um 0,1 Prozent, was Sorgen zur Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft genährt hatte. "Jetzt wissen wir, dass die BIP-Daten von neulich nur ein Ausrutscher waren", betonte Russell Price vom Finanzberater Ameriprise Financial. Die Wirtschaft wachse eher mit einem Tempo von 2,0 bis 2,5 Prozent. Der Stellenaufbau im Jänner blieb zwar leicht unter der Markterwartung. Allerdings wurden im November und Dezember zusammen 127.000 mehr Jobs geschaffen als ursprünglich gemeldet. "Das ist sehr positiv", sagte Analyst Price. Neue Jobs gab es aber auch im Januar, jedoch nur im Privatsektor. Hier entfielen von den 166.000 Stellen alleine 130.000 auf die Dienstleister. Am Bau gab es ein Plus von 28.000, während die öffentliche Hand per Saldo 9000 Arbeitsplätze strich.

Die Unternehmen können weiter mit Rückenwind der US-Notenbank Fed rechnen. Sie will den Leitzins so lange nahe null Prozent halten, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent fällt. "Bis dahin ist noch ein weiter Weg", sagte Postbank-Experte Bargel. Denn im Januar stieg die Quote auf 7,9 von 7,8 Prozent und liegt weiter deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von sechs Prozent. Fed-Chef Ben Bernanke betonte jüngst, die Wirtschaftserholung habe in den vergangenen Monaten nur eine Pause eingelegt. Die Währungshüter setzen zudem ihre massiven Aufkäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren fort.

In der Finanzkrise und Rezession gingen rund neun Millionen Jobs in den USA verloren. Entstanden sind seitdem etwa sechs Millionen neue Stellen. Der Arbeitsmarkt ist für die US-Konjunktur sehr wichtig, da mehr als zwei Drittel der Wirtschaftskraft auf den Konsum der Bürger entfallen. Steigende Einkommen und ein Anziehen am Immobilienmarkt seien gute Voraussetzungen für weitere Zuwächse beim privaten Konsum, sagte Bargel. "Es scheint so, als könnte der US-Konsument allmählich wieder zu seiner alten Rolle einer globalen Konjunkturlokomotive zurückfinden."

Die Stimmung der Verbraucher hellte sich im Jänner auf. Das Barometer stieg nach endgültigen Berechnungen auf 73,8 Punkte nach 72,9 Zählern im Dezember, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan mitteilten. Die Aufhellung überrascht, da der US-Haushaltsstreit noch immer nicht beigelegt ist. Der zur Jahreswende mühsam erzielte Kompromiss hat die Probleme nur verschoben, aber nicht gelöst. Es drohen weiterhin für die Wirtschaft gefährliche automatische Kürzungen bei den Staatsausgaben, sollten sich Präsident und Kongress nicht rechtzeitig auf gezielte Einsparungen einigen. Für Lichtblicke sorgte auch die Industrie: Sie gewann zum Jahresstart so kräftig an Schwung wie seit neun Monaten nicht mehr. Der ISM-Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg im Januar auf 53,1 von 50,2 Punkten und liegt damit deutlich über der Marke von 50 Zählern, ab der er Wachstum signalisiert.

(APA/Reuters)


 
 

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