Investoren sollten die langfristigen Inflationsgefahren im Auge behalten, die sich aus Konjunkturprogrammen wie etwa der quantitativen geldpolitischen Lockerung (QE) ergeben. Dieses Rat gibt Bill Gross, Manager des grössten Anleihefonds bei Pacific Investment Management Co. (Pimco).
“Schlussendlich werden staatliche Finanzierungs-Systeme wie das heutige QE (…) schlecht enden”, schrieb er in diesem Woche in seinem jüngsten Investment-Ausblick.
Das Risiko der insgesamt 6 Billionen Dollar umfassenden Bilanzausweiterung bei den sechs grössten Zentralbanken der Welt durch Anleihekauf-Programme seit Anfang 2009 “zeigt sich in der Form von Inflation und der Entwertung von Währungen - entweder in Relation zueinander oder zu Rohstoffen” wie Öl oder Gold, erklärte der Anleihen-Experte.
Seiner Meinung nach sollten Investoren länger laufende Anleihen vermeiden - denn die inflationären Effekte der von der US-Notenbank Federal Reserve ergriffenen Massnahmen würden sich wahrscheinlich erst in vielen Jahren zeigen. Er rät stattdessen zu kurz- bis mittelfristigen Papieren, die von den Zentralbank-Massnahmen unterstützt würden.
Von den Anleiheaufkäufen der Zentralbanken profitieren laut Gross zwar zunächst risikoreichere Anlageklassen wie etwa Aktien. Doch letztlich könnten diese Massnahmen genau diesen Anlageklassen schaden, wenn sich die geldpolitische Lockerung als “zunehmend ineffektiv” erweise - und zwar mit Blick auf die Unterstützung der Realwirtschaft.
Die Federal Reserve hat seit diesem Monat ihr Aufkauf- Programm um 45 Mrd. Dollar an US-Staatspapieren ausgeweitet. Dieser Erwerb erfolgt zusätzlich zu jenen 40 Mrd. Dollar an Hypotheken-Papieren, die sie in ihrer dritten QE-Runde ohnehin schon aufkauft.
Vergangenen Monat hatte die US-Notenbank zudem den Ausblick für den Leitzins erstmals an die Arbeitslosenquote und an die Inflationsziele gebunden.
Besorgnis, dass die Massnahmen von Fed-Chef Ben S. Bernanke die Preisstabilität gefährden, hatte einige Vertreter der Republikanischen Partei zuletzt dazu veranlasst, eine Veränderung des Fed-Mandats anzustreben. Demnach solle sie sich nur noch einzig der Preisstabilität verpflichtet fühlen, und die Arbeitslosigkeit aussen vor lassen.
Der Leitzins liegt seit Dezember 2008 nahe bei null Prozent. Die Fed sagte im vergangenen Monat, der Zins bleibe “zumindest” so lange so niedrig, wie die Arbeitslosenquote über der Marke von 6,5 Prozent verharre und die Inflationserwartung nicht oberhalb von 2,5 Prozent liege.
Wachstum “wird von nun an also jeden Arbeitslosenzahlen-Freitag über den Arbeitslosen-Quoten-Thermostat gemessen, der auf 6,5 Prozent gesetzt worden ist”, schrieb Gross in seinen Ausblick. “Wir würden allerdings die Warnung aussprechen, wie Bernanke es selbst auch getan hat, dass sich daraus negative Konsequenzen ergeben.”
(Bloomberg)






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