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Goldverbot

Goldverbot – auch mitten in Europa und noch nicht lange her   Facebook be



09.12.2012
 
Wenn den Regierungen das Wasser bis zum Hals steht, ist jedes Mittel recht


Beim Stichwort „Goldverbot“ denken die meisten Anleger an die Wirrnisse der Zwischenkriegszeit, Hitler-Deutschland, Mussolini-Italien oder an die USA, wo Roosevelt 1932 ein Goldverbot einführte, das bis in die 70er Jahre Bestand hatte. Fast niemandem ist aber geläufig, dass es auch in Europa und sogar innerhalb der EU (damals EWG) ein Goldverbot gab, und das sogar bis 1979. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre geriet das britische Pfund massiv unter Druck, da man anscheinend erst damals realisierte, dass es mit dem Britischen Empire für alle Zeiten vorbei sein dürfte (de facto war die Ursache eine katastrophale Handelsbilanz). So kostete das Pfund Sterling bis Anfang 1961 fast 12 DM (!), stürzte dann auf 11 ab, wo es bis Ende 1967 hielt (oder besser gesagt unter einem Kraftakt stabilisiert wurde). Ende 1967 stürzte es auf 9,50 DM, Ende 1969 auf unter 9 und Mitte 1974 war es schließlich bei 6 DM angelangt und 1976 bei unter 4 (hatte sich also binnen einem Jahrzehnt gedrittelt). In Schilling betrachtet stand es bis Ende 1967 bei 73, stürzte auf 62 ab und stand 1977 bei rund 28 Schilling. Da die Engländer diesen sich anbahnenden Wertverlust nicht untätig hinnehmen wollten, flüchteten viele in den 60er Jahren in Gold, ein Mißtrauensvotum gegenüber der Regierungspolitik.
Wegen des starken Rückganges der Goldreserven erließ die sozialistische Regierung unter Premierminister Harold Wilson 1966 ein Verbot der Prägung von Goldmünzen und -medaillen. Zudem wurden den Briten verboten, Goldmünzen zu erwerben und mehr als vier zu besitzen. Überzählige Münzen mussten an die Bank of England abgeben werden, die das Gold zur Stabilisierung der Währung benötigte. Nur Münzsammler konnten sich eine Genehmigung für den Besitz von Goldmünzen ausstellen lassen und historische Münzen vor 1838 waren vom Verbot ausgenommen. Abgeschafft wurde dieses de facto Goldverbot für Briten erst 1979 unter Margaret Thatcher.

Das sollte zu denken geben, denn wenn es brennt, sind den Regierungen alle Mittel recht. So warnt auch der bekannte Vermögensverwalter von Storch (Flossbach & Storch): „Es wäre nicht das erste Mal, dass Goldbesitz verboten ist. Auch Kapitalverkehrskontrollen sind denkbar, um eine Kapitalflucht in andere Länder zu verhindern.“ (http://www.handelsblatt.com/ ).

(cr)


 
 

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