Nigeria verdächtigt Ölgesellschaften mit Sitz in Genf, in einen Betrug rund um Subventionsgelder verwickelt zu sein. Das ölreiche westafrikanische Land hat den Schweizer Behörden deshalb Anfang Oktober ein Rechtshilfegesuch zukommen lassen.
Der Sprecher des Bundesamts für Justiz (BJ), Folco Galli, bestätigte einen entsprechenden Bericht der "SonntagsZeitung". Das Gesuch sei nach einer Vorprüfung an die Genfer Justizbehörden weitergeleitet worden.
Wie die Genfer Staatsanwaltschaft am Montag auf Anfrage mitteilte, verdächtigen die Behörden des afrikanischen Landes nigerianische Importfirmen, unrechtmäßig Subventionen bezogen zu haben. Das Öl hätten die Importeure von Unternehmen mit Sitz in Genf bezogen.
Obwohl Nigeria der größte Erdölproduzent Afrikas ist, importiert das Land Endprodukte wie Benzin und Diesel, weil die eigenen Raffinerien zu klein sind. Die nigerianische Regierung subventioniert diese Importe jährlich mit mehreren Milliarden Franken.
Das nigerianische Gesuch wird gemäß der Staatsanwaltschaft Genf derzeit geprüft. Man habe über das Bundesamts für Justiz weitere Informationen aus Nigeria angefordert. Noch sei man noch nicht auf das Gesuch eingetreten.
Die Genfer Behörde hielt weiter fest, dass die großen multinationalen Ölhandelsfirmen mit Sitz in Genf nicht Gegenstand des Rechtshilfegesuchs seien. Am Genfersee hat etwa der Erdölhändler Vitol seinen Sitz, das gemessen am Umsatz größte Unternehmen der Schweiz.
(APA/sda)






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