BElogs foonds
 
 Last 24h: 1 
 

Twitter

 
Infofolder:
Christian Drastil
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 14:9, 19.4.2014

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

Kommentar

© MFS

"Offensichtlich haben es insbesondere die Politiker in der Hand, wie es mit der Weltwirtschaft weitergeht. Und das ist nie gut"   Facebook be



15.11.2012
 

Kommentar von Robert Spector, Portfolio Manager bei MFS

Die grösste Herausforderung für die Weltwirtschaft seit der Finanzkrise ist es, trotz des Schulden- und Risikoabbaus weiter zu wachsen. Das wichtigste Wachstumshemmnis ist noch immer die neue Sparsamkeit der Privathaushalte wie zum Beispiel in den USA, Grossbritannien und Spanien. Doch seit einiger Zeit kommt die Konsolidierung der Staatsfinanzen hinzu - ein in allen Industrieländern wichtiges Thema.

Noch nie war es einfach, ein Gleichgewicht zwischen Haushaltskonsolidierung und Wachstum zu finden. Meist wurde versucht, die Folgen der Sparpolitik mit einer extrem expansiven Geldpolitik abzufedern. Leitzinsen nahe null Prozent und unkonventionelle geldpolitische Massnahmen wie Quantitative Easing haben die Konjunktur gestützt, weil sie Anfang 2009 eine Deflation verhindert und für die Erholung risikobehafteter Wertpapiere (z.B. Aktien) sowie für extrem niedrige Staatsanleihen-Renditen gesorgt haben.

Die unkonventionellen geldpolitischen Massnahmen haben aber nicht zu einem selbsttragenden Aufschwung mit einem Wachstum über dem Potenzialwachstum geführt. Nach wie vor wächst die US-Wirtschaft nur um etwa zwei Prozent jährlich. Europa befindet sich in der Rezession und in den grossen Schwellenländern hat das Wachstum nachgelassen. Ausserdem: Den neuen Untersuchungen des Internationalen Währungsfonds zufolge haben die geldpolitischen Entscheider und Prognostiker viel zu niedrige Multiplikatoren unterstellt, als sie die Auswirkungen der staatlichen Konsolidierungspolitik abgeschätzt haben. Mit anderen Worten: Die Sparmassnahmen dämpfen das Wachstum wesentlich stärker, als die Volkswirte geglaubt haben. Die Geldpolitik muss deshalb noch sehr viel mehr leisten, um ein Gegengewicht zu schaffen. Das ist auch der Grund, weshalb die Sparmassnahmen etwa in Spanien und Griechenland das Wachstum so stark gebremst haben und die Defizite noch mehr gestiegen sind.

Alles in allem hat sich die Weltwirtschaft in den letzten drei Jahren bestenfalls schwach erholt. Gelegentliche kurze Aufschwungphasen gingen schnell zu Ende, als neue Sparmassnahmen ihren Tribut forderten.

Doch möglicherweise steht uns jetzt eine Wende zum Besseren bevor. Es gibt Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltkonjunktur und sogar einzelne punktuelle Fortschritte. Das amerikanische Wirtschaftswachstum legt zu, der Wohnimmobilienmarkt erholt sich allmählich und die Konsumausgaben waren zuletzt überraschend hoch. Enttäuschend waren hingegen die Unternehmensinvestitionen. Aufgrund der Unsicherheiten durch die drohende Fiskalische Klippe (fiscal cliff) in den USA zögern die Unternehmen zu investieren. Dies wiederum bedeutet, dass sich Nachfrage aufstaut, die dann zu erhöhten Investitionen führen wird, falls die Klippe ohne allzu grosse Auswirkungen auf das Wachstum überwunden werden kann. Fortschritte gab es auch in China. Zwar ist bei chinesischen Statistiken stets Vorsicht geboten, doch bestätigen die Exporte Taiwans, Singapurs und Südkoreas die Erholung. Unterdessen bleibt Europa in der Rezession. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass die Konjunktur nicht noch weiter nachlässt. So gehen die Anleiherenditen der Peripherieländer zurück und einige Frühindikatoren stabilisieren sich.

Allerdings dürften die Konjunkturschwankungen noch einige Zeit anhalten. Die Geldpolitik wird das Wachstum weiter stützen. Jedoch dürfte das neuerliche Quantitative Easing nur wenig bewirken. Welche Auswirkungen genau die Fiskalische Klippe haben wird, wissen wir noch lange nicht. Die Europäische Zentralbank hat vielleicht für einen Zeitgewinn gesorgt, aber die Bankenunion und der unvermeidliche Hilfsantrag Spaniens wurden erneut vertagt. Der Machtwechsel in China wird zu mehr wirtschaftlicher Unsicherheit führen. Offensichtlich haben es insbesondere die Politiker in der Hand, wie es mit der Weltwirtschaft weitergeht. Und das ist nie gut.


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren


Weitere interessante Artikel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
loading..

Archivsuche:


Fonds-Matrix
DNB     Vontobel

 
Aktuelle Newsletter
New Media Express
 
Josef Chladek, 18.04.2014
n/a
weiterlesen


Hochsaison für Sammler: Memorabilien und Dividenden im Angebot - foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 17. April
 
Harald Fercher, 17.04.2014
Sehr geehrte LeserInnen,

Eine Haarlocke vom kleinen Kaiser, oder doch lieber die kaiserliche Uniformunterhose aus weißem Leinen mit rot gesticktem Monogramm. Für Sammler von Memorabilien aus dem Kaiserh...
weiterlesen


Preisträger, Renditebringer und Steuerfragen ... Immo Express
 
Robert Gillinger, 17.04.2014
Liebe LeserInnen, die Auswahl an Themen ist diesmal etwas größer als gewohnt - aber nicht nur tat sich einiges, es stehen ja auch ein langes Wochenende vor der Tür - da kann etwas Leselektüre die erhoffte Abwechslung sein. Das Team des Börs...
weiterlesen


Venture Woche - CrowdCapital, RobArt, Afinum, Miracor Medical, Anagnostics Bioanalysis, Click for Knowledge, Human Technology Styria, Zydacron Telecare, etc.
 
Christine Petzwinkler, 17.04.2014
Liebe VC-/PE-Interessierte! In Österreich gibt es seit kurzem eine vierte Crowdinvesting-Plattform: CrowdCapital. Diese hat jüngst ihr erstes Finanzierungsprojekt präsentiert: Aerodyne Systems GmbH. Aerodyne ist nur eines von vielen Unternehmen...
weiterlesen


So sparen Sie sich die Immo-ESt - foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 16. April
 
Harald Fercher, 16.04.2014
Sehr geehrte LeserInnen,

Seit April 2014 unterliegen Gewinne aus der Veräußerung von Immobilien generell der Immo-ESt von 25%. Wie immer gibt es aber auch hier Ausnahmen, die steuerbefreiend wirken und Verkäuf...
weiterlesen


Zins Express
 
Robert Gillinger, 16.04.2014

Sehr geehrte LeserInnen,

alle Bürger in der EU können künftig ein Basis-Girokonto einrichten, auch wenn sie keinen festen Wohnsitz haben. Mit diesem Bankkonto können sie europaweit etwa Geld überweisen, Bargeld am Automaten abheben o...
weiterlesen


Pseudo-Mathematik und Finanz-Scharlatanerie: Mathematiker rechnen mit computerbasierten Anlagestrategien ab -foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 15. April

Harald Fercher, 15.04.2014
Sehr geehrte LeserInnen,

“Bereits im 18. Jahrhundert haben Physiker den Unsinn der Astrologen enttarnt”, schreiben Autoren der 126 Jahre alten American Mathematical Society in einer Studie mit dem Titel: "Pseudo-Mathematik und Finanz-Sc...
weiterlesen