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Cafe BE / Roundtable

© BE/Draper

"Wir erleben aktuell einmal mehr, dass viele Endanleger den richtigen Einstiegszeitpunkt an den Märkten verpassen"   Facebook be



31.10.2012
 

Ein Cafe BE über das Börseumfeld und wie Anleger darauf am besten reagieren - zu Gast: Klaus Gerdes (Sanochemia), Stefan Hänel (mybet), Werner Painsy (DWS), Peter Pavlicek (Bawag PSK Invest) und Johannes Rogy (Nordea) in Teil 1 eines Roundtables.

Cafe BE: Wie legen Sie gerade an? Und welche Rolle spielen dabei die Stichworte Angst bzw. Vorsorge?

Klaus Gerdes: Meine Veranlagung ist eher konservativ ausgerichtet. Ich bevorzuge eine gemischte Strategie, da man an sich nicht weit in die Zukunft blicken kann, auch für sich selbst. All die Annahmen über beruflichen und gesundheitlichen Fortgang sind doch immer so ein bisschen ein Herumraten.
Man darf aber auch nicht blind in der Annahme durch die Welt laufen, dass in 20 Jahren schon alles gut gehen wird, wenn ich dann in Rente gehe.
Ich schaue, dass ich immer einen Notgroschen habe, den man jederzeit zur Verfügung hat. Dazu eine Portion Gold, um die Währungsrisiken abzufedern - als immer verwendbaren Notgroschen.
Bei mir gibt es als Vorsorge die deutsche Riester-Rente. Da ist man an sich sicher und mit zusätzlichem Staatsgeld unterwegs. Und natürlich Aktienfonds. Die haben zwar ein höheres Risiko, über längere Zeiträume aber auch höhere Renditen. So drittle ich meine Anlage.

Stefan Hänel: Wenn man Gold als risikosichere Anlage nimmt, und den worst case im Auge hat, hilft es nur, wenn ich es physisch zur Verfügung habe – und in kleiner Stückelung. Denn wenn das System völlig zusammenbricht, und nur dann macht Gold physisch Sinn, komme ich ja auch nicht mehr an meinen Tresor in der Bank: Da sind die Türen zu, oder der Tresorraum sogar geplündert.
Gold als Anlage ist wieder etwas anderes. Da finde ich durchaus, dass es in einem diversifizierten Portfolio Platz finden kann. Dazu Immobilien, durchaus Aktien. Ich bin derzeit aber extrem im Cash, warte noch auf den richtigen Einstiegszeitpunkt am Aktienmarkt.
Ich habe mir jetzt kurzfristig einen relativ grossen Brocken an Schweizer Franken genommen, da ich annehme, dass die SNB irgendwann aufgrund der enormen Geldzuflüsse nachgeben muss. Die Schweiz ist so nicht mehr wettbewerbsfähig. Und dann sollten relativ schnell 10 bis 20% an Rendite möglich sein.
In Deutschland investiere ich noch steuerlich begünstigt in Solaranlagen. Diese bringen, wenn alles gut geht, 10 bis 12%.

Cafe BE: Herr Painsy, sehen Sie das mit dem richtigen Einstiegszeitpunkt auch so?

Werner Painsy: Wir erleben aktuell einmal mehr, dass viele Endanleger den richtigen Einstiegszeitpunkt an den Märkten verpassen. Die steigen erst ein, wenn der DAX und andere Märkten schon 25 Prozent gemacht haben. Wenn die Märkte dann 10 Prozent korrigieren, sind diese Anleger verständlicherweise frustriert. Das spricht für Sparpläne, fondsgebundene Lebensversicherungen, generell alle Anlageformen, die auf den Cost-average-Effekt setzen.
Aber zurückkommend auf Ihre Frage. Ich bin der Meinung, dass der beste Einstiegszeitpunkt vielleicht schon wieder hinter uns liegt. Andererseits kommen Anleger an Aktien aktuell nicht vorbei.

Stefan Hänel: Man hätte natürlich einen besseren bekommen können, aber den idealen Einstiegspunkt erwischt man ja ohnehin nie.

Werner Painsy: Den idealen nicht, das stimmt. Aber Deutschland ist so ungerechtfertigt nach unten gefallen, dass zu erwarten war, dass sich diese Papiere gut entwickeln werden.

Cafe BE: Wie definieren Sie ungerechtfertigt?

Werner Painsy: Das ist der Fall, wenn die Unternehmensergebnisse nicht das widerspiegeln, was der Markt einpreist. Im Vorjahr konnte man beim DAX den Eindruck gewinnen, dass automatische Handelssysteme Verkäufe ausgelöst haben und so die Abwärtsbewegung des Marktes verstärkten. Das korrigiert der Markt dann in der Regel auch wieder. Eine Garantie dafür gibt es allerdings natürlich nicht.

Johannes Rogy: Wenn es nach unten geht, kauft niemand.

Cafe BE: Agieren da institutionelle Anleger besser als Private?

Peter Pavlicek: Ein wenig besser ist der institutionelle Anleger. Hauptunterschied ist, dass der Institutionelle, wenn es einmal läuft, nicht unbeschränkt drinnen bleibt. Die immer folgende Korrektur also nicht entsprechend mitmacht.
Auf privater Seite geht man derzeit mit dem Thema Aktie extrem defensiv um, auf institutioneller Seite ein bisschen interessierter. Die Wahrheit spielt sich aber im Anleihenbereich ab. Unternehmensanleihen stossen schön langsam in einen Bereich vor, der überkauft ist. Teilweise hat man bereits Probleme, an gutes Material zu kommen. Das ist einfach die Story des Jahres.
Und spiegelt sich in den Umsatzstatistiken wider. Aktieninflow? Herzig. Cash-Haltung, wie Herr Hänel zuvor sagte: Was bekomme ich da – Nichts!

Das ganze Cafe BE gibt es unter http://bit.ly/

(gill)


 
 

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21.05.2013
Stefan
Gutbrunner

Die Wahrheit über den DAX
 
 
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