Die japanische Regierung will den Wiederaufbau nach dem verheerenden Tsunami im vergangenen Jahr mit dem milliardenschweren Verkauf der staatlichen Post finanzieren. Binnen drei Jahren sollen die Aktien des Konzerns - zu dem auch die landesgrößte Sparkasse gehört - an der Börse gehandelt werden, wie Finanzminister Koriki Jojima am Freitag ankündigte.
Allein der schrittweise Verkauf von zwei Dritteln der Anteile könnte der Zeitung "Nikkei" zufolge umgerechnet bis zu 67 Mrd. Euro in die leere Staatskasse spülen. Einige Banker bezweifelten jedoch umgehend, dass der Plan in die Tat umgesetzt wird, weil er ein politisches Minenfeld sei.
Die japanische Post ist ein wahrer Finanzgigant und spielt in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt eine herausragende Rolle. Die Banksparte verwaltet mit umgerechnet 1,7 Billionen Euro ein Fünftel von Japans Bargeld und Einlagen, während der Versicherungsarm einer der größten Käufer japanischer Staatsanleihen ist. Allein in der Postsparte arbeiten mehr als 200.000 Beschäftigte. Um diesen verlustreichen Bereich für einen Börsengang fit zu machen, müssten wohl zahlreiche Arbeitsplätze gestrichen werden - politisch ein hochbrisantes Vorhaben. In den vergangenen Jahren blieben deshalb bereits mehrere Anläufe zu einem Verkauf in einem frühen Stadium stecken.
Die Auswirkungen der jüngsten Naturkatastrophen will die Regierung auch mit Subventionen und Steuererleichterungen im Volumen von umgerechnet rund 4,1 Mrd. Euro lindern. So sollen mit den Subventionen Investitionen in den betroffenen Regionen gefördert werden.
(APA/Reuters)






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