Die Europäisch Zentralbank (EZB) wird “Guerilla“-Taktiken nutzen, um die Renditen kurzlaufender spanischer Anleihen auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Davon geht Huw Pill, Chef-Volkswirt für Europa bei Goldman Sachs Group Inc., aus. Gleichzeitige prognostiziert er, dass die Zentralbank Skeptiker abstrafen wird.
Sobald Spanien offiziell um ein Hilfspaket bitte - was eher “eine Frage des Zeitpunkts und weniger eine des Ob” sei - wird die EZB laut Pill nur sporadisch in den Markt eingreifen, um das Renditeniveau zu halten. Eingriffe im großen Stil mit dem Ziel, die Renditen viel tiefer zu drücken, seien dagegen eher unwahrscheinlich. Und falls Kritiker die Glaubwürdigkeit der EZB in Frage stellen würden, dann könne es sehr gut sein, dass die EZB ihnen Verluste aufhalse.
“Wir glauben nicht, dass die EZB ambitioniert sein wird, wenn es darum geht, die Renditen der Kurzläufer in Spanien sehr weit unter das jetzige Niveau zu drücken”, sagte Pill, der einst selbst in den Diensten der EZB stand, in einem Interview mit Bloomberg Television. Die EZB werde wohl eher mit “Guerilla”- Taktiken die Renditen “verankern”.
Er geht nicht davon aus, dass sich die EZB in eine aktivistische Zentralbank verwandeln wird. Es sei vielmehr damit zu rechnen, dass die EZB als eine Art “Circuit-Breaker” handeln werde. Die EZB müsse zu Beginn wohl nicht “aggressiv” in den Markt gehen, da ihre Rhetorik bereits ausreiche könnte, um Kampfbereitschaft zu signalisieren.
Sollte sich am Markt Skepsis breit machen, dann könnte sich die EZB laut Pill dazu entscheiden, die kurzfristigen Renditen zunächst ansteigen zu lassen - bevor sie wieder in den Markt gehe und dort Anleihen aufkaufe, was dann für diejenigen, die dagegen wetteten, zu Verlusten führen dürfte.
Pill war im August 2011 bei Goldman Sachs an Bord gegangen. Zuvor war er ein Jahrzehnt bei der EZB tätig gewesen und bis zum Deputy Director General für Analysen aufgestiegen.
(Bloomberg)






DNB
Vontobel
weiterlesen