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Performancekiller

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Die Finanztransaktionssteuer als Sargnagel für den Durchschnittsanleger   Facebook be



24.10.2012
 
Weitere Liquiditätseinbußen für die Börsen


Die Finanztransaktionssteuer wird meist so dargestellt, als wäre der normale Anleger wegen ihrer Geringfügigkeit ohnehin nicht betroffen. Vielmehr soll sie das „böse“ Spekulantentum treffen und deren Transaktionen unrentabel machen.
Dass dem keineswegs so ist, hat Markus Blaschzok http://www.goldseiten.de/ exemplarisch vorgerechnet. Die Finanztransaktionssteuer ist vielmehr etwas, das der Steuerabzockerei durch den Staat die Krone aufsetzt und das Fass zum Überlaufen bringt. Bei einer Transaktionssteuer von geplanten 0,1% auf Aktien und Anleihen verliert der Anleger bei jedem Round-Trip (Kauf und Verkauf) 0,2% seines Vermögens an den Staat, egal ob er Gewinne oder Verluste eingefahren hat. Das sieht nach wenig aus, doch das täuscht.

Transaktions- und Vermögenszuwachssteuer fressen rund 40% einer langfristigen Durchschnittsperformance

Aus 1000 im Dow-Jones-Index 1913 veranlagten Dollar sind nominell 190.000 geworden (5,4% p.a.). Bereinigt mit dem offiziellen Consumer Price Index (CPI) schmelzen die 190.000 aber bereits auf 8.100 Dollar zusammen (2,1% p.a). Mit der Transaktionssteuer auf angenommen 2 Transaktionen pro Jahr (4 mal 0,1%), schrumpft der nominelle Betrag auf 130.500 zusammen (5,0% p.a). Bereinigt um den CPI schmilzt der Betrag auf 5.580 Dollar bzw. 1,7% p.a. Jetzt noch die Vermögenszuwachssteuer daraufgesetzt (25% vom Zuwachs bzw. Jahresperformance in Prozent) und es bleibt ein spärlicher Rest von knapp 1,3% p.a.

Ohne die Transaktionssteuer auf 2 Umschichtungen pro Jahr läge die Rendite bei 2,1%. Somit frißt die auf den ersten Blick geringfügige Transaktionssteuer immerhin ein Fünftel der im Durchschnitt langfristig erzielbaren Performance von 2,1% p.a. und es verbleiben 1,7%. Transaktionssteuer und Vermögenszuwachssteuer zusammen fressen von 2,1% Performance pro Jahr sogar gut 0,8 Prozentpunkte, womit man auf die obigen 1,3% kommt (Quelle: eigene Berechnung, CPI-Calculator, Dow-Jones-Index).

Mit einer zusätzlichen Vermögenssteuer kann man das Anlegen überhaupt gleich bleiben lassen

Fazit: Der Staat kassiert für nichts 40% der Performance ein. Damit ist die Gier des Staates möglicherweise noch nicht gesättigt, denn linke Umverteiler fordern eine Vermögenssteuer von 1% (auch von 1,5% ist die Rede). Rechnet man im Beispiel mit der 1%igen Vermögenssteuer, so reduziert sich die Performance auf 0,3% pro Jahr. Damit wären nicht einmal mehr die Depotgebühren und Banktransaktionskosten gedeckt. Aber noch schlimmer: Die Inflation ist ja in Wirklichkeit durch den CPI nur unzureichend abgebildet, d.h. de facto wäre ein erheblicher Vermögensverlust erzielt worden, und das bei einer Anlage mit dem Dow-Jones-Index, der immerhin in den letzten 100 Jahren zu den bestperformenden Indizes gehörte.

Altersvorsorge wird massiv beeinträchtigt

Dass mit solchen Performancezahlen nichts mehr zu gewinnen ist, liegt auf der Hand. Damit wird aber auch jegliche vernünftige Altersvorsorge zunichte gemacht. Und zwar nicht nur bei der privaten Altersvorsorge, sondern auch bei der mittels Versicherungsmodellen. Sehr nachteilig für die Börsen der betroffenen Länder ist zudem, dass die Liquidität weiter sinken wird, denn für Privatanleger wird jede Transaktion zum Performancekiller.
Die eine gute Nachricht ist, dass die Transaktionssteuer nicht in allen Ländern zum Tragen kommt und sich daher Wege und Mittel weisen werden, sie zu vermeiden. Die zweite ist, dass der Dow Jones Index die Dividendenzahlungen nicht berücksichtigt. Mit diesen würde sich die Gesamtperformance etwas verbessern, auch wenn man die Dividendenbesteuerung in Betracht ziehen muss. Führt man im übrigen dieselben Berechnungen mit einem bis 1960 zurückgerechneten DAX durch, der auch die Dividenden enthält, so bekommt man trotzdem nur geringfügig bessere Renditen als im obigen Beispiel mit dem Dow Jones Index.

Die Zeche zahlt ausschließlich der Kleinanleger

Dass mit der Transaktionssteuer keineswegs, wie scheinheilig behauptet wird, nur die bösen Spekulanten bluten müssen, ist offensichtlich. Die Zeche zahlt der Kleinaktionär und Anleihenbesitzer, der sich seine Altersvorsorge verbessern möchte. Dass die Transaktionsteuer zudem auch noch dumm ist, ist das andere. Denn mit nur einem Dutzend dabei mitwirkenden EU-Staaten wird der Wertpapier-Handel, soweit es Großanleger betrifft, eben auf die übrigen Länder in Europa oder der Welt ausweichen. Die wirklichen Spekulanten, der Bekämpfung hier populistisch vorgeschoben wurde, werden diese Steuer sicher nicht bezahlen.

(cr)


 
 

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