Börse Express: Mox Telecom ist auch börsennotiert – warum holen Sie sich Geld per Anleiheemission und führen keine Kapitalerhöhung durch?
Günter Schamel: Wir sind seit 2006 an der Börse gelistet, haben einige Kapitalerhöhungen gemacht, und hatten zuletzt eine Eigenkapitalquote von 43 Prozent. Zur weiteren langfristigen Finanzierung sehe ich eine Kapitalerhöhung derzeit nicht als opportunes Mittel. Mit der Anleihe können wir die Bilanzstruktur optimieren und senken damit die durchschnittlichen Kapitalkosten, da Eigenkapital sehr teuer ist. Auch spiegelt der Aktienkurs meiner Meinung nach nicht unseren wahren Wert wider.
Börse Express: Gibt es so etwas wie eine Untergrenze für die Eigenkapitalquote?
Günter Schamel: Keinesfalls weniger als 30 Prozent.
Börse Express: Sie wollen 35 Mio. Euro per Anleihe-Emission. Was soll mit dem Geld passieren und wie ist die Refinanzierung angedacht?
Günter Schamel: Wir sind in der Lage, die Anleihe über die Laufzeit hinweg zu bedienen. Die Mittel werden zu rund je einem Drittel in die drei Geschäftsbereiche investiert.
Börse Express: Die Dividendenrendite ist mit mehr als 5% eigentlich eine starke Konkurrenz zu den 7,25% der Anleihe. Hoffen Sie da einen neuen Typ von Anleger anzusprechen?
Günter Schamel: In der Aktie sind vor allem institutionelle Anleger und das Management bzw. die Gründer investiert. Wir wollen jetzt ganz bewusst den Anlegerkreis erweitern und mit der Anleihe das Retailpublikum ansprechen. Und natürlich den Typus Anleger, der sein Geld zu einem gewissen Zeitpunkt wieder fix zurück möchte – der muss die Anleihe nehmen, da das die Aktie nicht garantiert.
Börse Express: Wo steht Mox Telecom in 5 Jahren?
Günter Schamel: Ich habe vor Aktionären einmal für 2015 als grobe Vision einen Umsatz von 400 Millionen Euro genannt. Davon bin ich bisher nicht abgerückt.
Börse Express: Sie spezialisieren sich auf Kundengruppen mit Migrationshintergrund. Was macht diese für Sie so interessant und was bieten Sie, was die Deutsche Telekom nicht kann?
Günter Schamel: Wir haben uns von der Stunde Null auf diese Zielgruppe spezialisiert. Als Tanker, wie die Deutsche Telekom, kann man sich nicht so genau ausrichten. Oder auf asiatische Zuwanderer etwa in den VAE. Diese Zielgruppe steht bei anderen Unternehmen einfach nicht so im Fokus. Und interessant ist diese Zielgruppe, da sie eine höhere Kaufkraft hat, als vielleicht angenommen wird: Man muss die Produkte nur anpassen. Auch sorgen die weltweiten Migrationsbewegungen dafür, dass der Bedarf an Auslandstelefonie immer grösser wird. Der Preis spielt in diesem Segment zwar auch eine Rolle, die Qualität aber keine minder grosse.
Börse Express: Das Hauptgeschäftsfeld sind Prepaid Calling Cards. Besitzen diese in Zeiten des Apps nicht ein Ablaufdatum?
Günter Schamel: Apps haben bei uns schon längst Einzug gehalten, den Markt haben wir bereits besetzt. Diese machen das telefonieren jedoch nicht günstiger, da braucht man dann wieder uns im Hintergrund.
Prepaid Calling Cards sind aber weiter ein Wachstumsmarktv - es ist die Kostenkontrolle, die damit verbunden ist. Und wir sind eines der führenden Unternehmen weltweit, sind in mehr als 50 Staaten mit mehr als 2200 Prepaid-Produkten tätig.
Das komplette Interview plus Facts zumUnternehmen und der Anleihe gibt es unter http://bit.ly/






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