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Family Offices ziehen immer mehr Mittel von Hedgefonds und Buyout-Gesellschaften ab   Facebook be



19.10.2012
 

Das Vermögen der Familie von Daniel Lubin geht zurück auf seinen Grossvater, dessen Firma eine Creme zur Behandlung eines Windelausschlags entwickelt hatte. Jetzt übernimmt der 52-jährige Lubin mehr Kontrolle über diese Gelder und verlagert die Investments weg von auswärtigen Fonds und hin zu direkten Investments.

So wie er denken immer mehr Verwalter von so genannten “Family Offices”, also Gesellschaften, die sich um das Vermögen einzelner Familien kümmern. Sie ziehen - nicht zuletzt aufgrund der hohen Gebühren - immer mehr Mittel von Hedgefonds und Buyout-Gesellschaften ab.

Im vergangenen Jahr haben die Family Offices den Anteil an Direktinvestments in Privatunternehmen und Immobilien in ihren Portfolios auf durchschnittlich elf Prozent aufgestockt - verglichen mit einem Anteil von sechs Prozent in 2009, wie aus einer Studie der Wharton Global Family Alliance hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

“Wer ein Drittel oder die Hälfte seines Portfolios bei Firmen angelegt hat, die 2 und 20 Prozent Gebühren verlangen, erkennt auf einmal, dass er dadurch die Hälfte seiner Rendite verliert”, sagt Lubin mit Blick auf die Gebühren vieler Private-Equity- und Hedgefonds. Diese verlangen traditionell zwei Prozent des verwalteten Vermögens und 20 Prozent des Gewinns als Gebühren. “Das macht keinen Sinn. Da muss es etwas Besseres geben.”

Viele der Family Offices, die das Vermögen einer einzelnen Familie verwalten (Single-Family Offices, SFOs) verlegen sich aufgrund der sinkenden Renditen und Bedenken, dass es zu Interessenskonflikten bei den Vermögensverwaltern kommen könnte, verstärkt auf direkte Investments, wie aus der Wahrton-Studie hervorgeht. Gewöhnlich verwalten diese SFOs ein Vermögen von mindestens 100 Mio. Dollar - oder von deutlich mehr, wie im Fall von Michael Dell von Dell Inc. oder Bill Gates, dem Co-Gründer von Microsoft Corp.

“Als Ergebnis der Wirtschaftsrezession und der Finanzkrise haben wir fundamentale Änderungen gesehen”, sagt Raphael Amit, der Chairman der Wharton Global Family Alliance, die zur University of Pennsylvania in Philadelphia gehört. Sie ist auf vermögende Familien und ihre Geschäfte spezialisiert. Die Family Offices haben den Anteil der Investments in Kunst und Edelmetalle in ihren Portfolios von 2009 bis 2011 verfünffacht - er betrug damit im vergangenen Jahr fünf Prozent, wie aus der Studie hervorgeht. Gleichzeitig fuhren sie die Mittel für Private-Equity-Firmen von elf auf neun Prozent zurück. Der Anteil der Hedgefonds blieb mit etwa zwölf Prozent relativ stabil, während die Investments in Dach-Hedgefonds auf fast null einbrachen.

“Ein fast vollständiger Rückzug aus Dach-Hedgefonds ist zu beobachten”, bestätigt Amit. “Dieser Trend ist das Ergebnis ihrer schwachen Entwicklung und der Bedenken, die Family Offices wegen Interessenskonflikten bei grossen Finanzdienstleistern haben. Das ist etwas, das die Grossbanken erkennen müssen.” In den vier Jahren bis Ende 2011 haben Dach-Hedgefonds im Schnitt auf Jahresbasis drei Prozent eingebüsst, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Dach-Hedgefonds versuchen das Risiko für ihre Investoren zu minimieren, indem sie die Investments über mehrere Hedgefonds streuen. Allerdings schlagen sie auch zusätzliche Gebühren zu den zugrundeliegenden Investments darauf.

Der Wharton-Bericht basiert auf der Befragung von 106 Familien aus 24 Ländern und wurde im vergangenen Jahr durchgeführt. Etwa 41 Prozent der Befragten leben auf dem amerikanischen Kontinent. Von den Teilnehmern halten 63 Prozent ein Vermögen von mehr als 500 Mio. Dollar.

Zu den Vorteilen von SFOs zählen unter anderem ihre Vertraulichkeit, ihre Kontrolle und dass sie massgeschneidert sind. In den USA gibt es etwa 400 mit einem Anlagekapital von mehr als 500 Mio. Dollar, sagt Amit.

Nach Ansicht von Lubin war vor der Finanzkrise noch alles anders: “Die Leute waren vor 2008 etwas weniger darauf fokussiert, was es kostet zu investieren und was wir Vermögensverwaltern für ihr Expertenwissen gezahlt haben”, sagt er. Seither hätten sich viele Family Offices stärker auf das Risikomanagement, die Liquidität und die Gebühren konzentriert, da die Renditen sanken.

(Bloomberg)


 
 

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