Die schwächelnde Weltwirtschaft und ein Anstieg der Ölförderung dürften nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) mittelfristig zu einem leicht niedrigeren Preis für Erdöl führen. Der Preis für Rohöl könnte im Jahr 2017 bei 89 Dollar (68,9 Euro) pro Barrel gegenüber 107 Dollar in diesem Jahr liegen, erklärte die IEA in einem am Freitag veröffentlichten Ausblick. Die Preise bewegten sich damit aber weiterhin auf einem "historisch" hohen Niveau.
Nach Einschätzung der IEA wird die Nachfrage nach Erdöl in den kommenden Jahren weniger stark anwachsen als bisher angenommen - um jährlich nur noch 1,2 Prozent von heute 89,79 Millionen Barrel pro Tag auf 94,45 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2016. Gründe sind demnach unter anderem die Schuldenkrise in Europa, aber auch Anzeichen für eine Verlangsamung des Wachstums in China. Auch dürften technische Entwicklungen den Ölverbrauch und damit die Nachfrage nach Erdöl drücken.
Parallel dazu rechnet die Energieagentur mit "guten Nachrichten auf der Produktionsseite", wie IEA-Generalsekretärin Maria van der Hoeven sagte. So sei die Ölförderung in Libyen schneller wieder angesprungen als erwartet, insgesamt steige die Förderung der OPEC-Ölproduzenten. Die IEA verweist aber auch auf eine anwachsende Erdölgewinnung in Nordamerika unter anderem aus Schiefer und Sandstein. "Wir sind zuversichtlich, dass die angespannten Erdölmärkte sich langsam beruhigen könnten", sagte van der Hoeven.
(apa/afp)






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