Wegen der verschärften Rezession in Italien muss sich das Land dieses Jahr mehr frisches Geld am Markt besorgen als geplant. Die Chefin der Schuldenagentur des Finanzministeriums, Maria Cannata, sagte am Dienstag im Reuters-Interview: "Wir werden rund 20 Milliarden Euro mehr aufnehmen müssen als vorher veranschlagt."
Nun werde eine Spanne von 460 bis 465 Mrd. Euro angepeilt. Bislang hatte Italien eine Emissionssumme von 440 bis 450 Mrd. Euro ins Auge gefasst. Grund für die Aufstockung ist der eingetrübte Konjunkturausblick, der für den Staat niedrigere Steuereinnahmen und höhere Sozialausgaben bedeutet. Die Regierung in Rom rechnet mittlerweile damit, dass die Wirtschaft dieses Jahr mit 2,4 Prozent doppelt so stark einbricht wie zunächst erwartet.
Italien hat nach Reuters-Berechnungen im laufenden Jahr bereits rund 370 Mrd. Euro bei den Investoren eingesammelt. Im letzten Quartal muss das Land die Anleger nun angesichts einer hohen Zahl auslaufender Anleihen weiter bei Laune halten. Allein im Oktober gilt es, auslaufende Schuldtitel im Volumen von 37 Mrd. Euro zu bedienen, im Dezember sind es sogar 56 Mrd. Euro. Bereits nächste Woche will die Schuldenagentur Investoren mit einer neuen vierjährigen inflationsgeschützen Anleihe anlocken. Auch Kleinanleger können die Papiere ab Mitte des Monats online ordern.
(APA/Reuters)






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