Nach fast genau einem Jahr Pause hat erneut eine Zentralbank der Eurozone eine ungewöhnlich grosse Menge Gold verkauft. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte, hat in der vergangenen Woche eine Zentralbank der Eurozone Gold im Wert von 186 Mio. Euro auf den Markt geworfen. Wie üblich teilte die EZB nicht mit, um welche Notenbank es sich handelt.
In der Regel kaufen oder verkaufen Notenbanken Goldbestände im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Beim aktuellen Goldpreis kann bei dem Verkauf von einer Menge von etwa 4,3 Tonnen ausgegangen werden. Ein Verkauf in dieser Grössenordnung ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Notenbanken zuletzt eher als Goldkäufer am Markt aufgetreten sind.
Das Eurosystem - also die EZB und die nationalen Notenbanken der Euroländer - verfügte nach dem jüngsten Gold-Verkauf per 5. Oktober noch über Gold-Reserven und Gold-Forderungen im Wert von 479,1 Mrd. Euro, das sind 15,7 Prozent der gesamten Assets.
Die Goldbestände sind ein wichtiger Bestandteil der Reserven von Notenbanken in der Eurozone. Laut dem Branchenverband World Gold Council (WGC) verfügt das Eurosystem derzeit über 10.787 Tonnen Gold, die EZB selbst über 502,1 Tonnen. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hält 280 Tonnen. Das hochverschuldete Griechenland verfügt demnach über 111,8 Tonnen, Portugal über 382,5 Tonnen, Spanien über 281,6 Tonnen. Ein Kilo Gold kostet derzeit gut 43.000 Euro.
Die Goldreserven der europäischen Zentralbanken könnten als Sicherheit dafür verwendet werden, um vom Kapitalmarkt ausgeschlossene Euro-Länder doch noch eine Weile über Wasser zu halten.
(apa)






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