Klassische ETFs punkten damit, dass sie kostengünstig einen Aktienindex abbilden, je nach Strategie durch den Kauf der im jeweiligen Index enthaltenen Aktien (replizierende ETFs) oder durch SWAP-Geschäfte (synthetische ETFS). ETFs haben im Gegensatz zu traditionellen aktiv gemanagten Fonds niedere Verwaltungskosten, bei Aktien-ETFs etwa meist um die 0,5% statt 2%, wovon die Anleger profitieren. Um bei diesen niedrigen Verwaltungskosten auch noch als Anlagegesellschaft profitabel zu sein, müssen die für die Verwaltung anfallenden Kosten tief sein.
Der Basisindex als Kostenfaktor
Ein wesentlicher Kostenfaktor scheint nun der Indexbetreiber zu sein. Denn die Kunden bevorzugen ETFs auf bekannte Indizes, etwa die MSCI-Indexfamilie, bekannte S&P-Indizes, DAX-Indizes usw. Dies konnte von den Indexanbietern für entsprechende Preise genützt werden, wenn ein ETF auf ihre Indizes aufgelegt wurde. Doch vorigen Dienstag brach die Aktie des Indexanbieters MSCI um über ein Viertel, genau 26,8%, ein. Was war geschehen? Der größte US-ETF-Anbieter Vanguard, der in Europa eher weniger bekannt und aktiv ist, will über 20 seiner ETFs nicht mehr auf MSCI-Indizes anbieten, sondern auf diejenigen der Londoner FTSE und dem weitgehend unbekannten Forschungszentrums für Anlagepreise der University of Chicago (CRSP - Center for Research in Security Price).
Noch kein Thema in Europa
Für Europa sind momentan noch keine Änderungen bei den Indizes zu erwarten, zumal auch europäische Anleger bekannte Indizes bei den ETFs vorziehen, etwa den DAX-30 und nicht zB einen FTSE-Germany. Ob das so bleibt, ist aber die Frage, gerade bei institutionellen Anlegern, wo oft auch schon geringe Kostensenkungen ein Argument sein können. Für die ETF-Anbieter geht es um viel Geld, alleine das Volumen der US-ETFs erreicht über 1,2 Billionen Dollar, sodass bereits eine Änderung bei den Kosten um 0,1 Prozentpunkte über eine Milliarde ausmachen würde.
Allerdings bleibt immer noch die Frage, ob bei einem Index-Switch die Transparenz erhalten bleibt, die man von den bekannten und populären Indizes gewohnt war.
(cr)






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