Gold, dessen privater Besitz von Seiten der westlichen Regierungen nur ungern gesehen wird, wird plötzlich von Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann hoch gelobt: Gold sei gewissermaßen der zeitlose Klassiker in seiner Funktion als Tausch-, Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel. Und damit nicht genug: „Heutiges Geld ist durch keinerlei Sachwerte mehr gedeckt.“
Hier offenbart sich der Konflikt, der in der EZB zwischen dem Inflationsbefürworter Mario Draghi, der mittels der Geldpresse den Euro retten will, und den auf Geldwertstabilität ausgerichteten Vertretern der Bundesbank, herrscht, die aber anscheinend nur eingeschränkten politischen Rückhalt finden.
Alan Greenspan befürwortete Gold vor und nach seiner FED-Amtszeit
Alan Greenspan, langjähriger Chairman der US-Notenbank FED hatte vor seinem Amtsantritt die vielbeachtete Schrift: „Gold and Economic Freedom“ mit der Kernthese: „Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen“ herausgebracht, vermied es aber während seiner Amtszeit, in Zusammenhang mit Gold gebracht zu werden. Erst nach seiner Pensionierung äußerte er sich wieder zu Gold und befürwortete einen Goldstandard: „Es muss ein Mechanismus bestehen, der die Geldmenge begrenzt. Entweder ein Goldstandard oder ein Currency Board oder was von der Art. Wenn man das nicht macht, so lehrt die gesamte Geschichte, fasst eine Inflation, mit sehr schädlichen Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Aktivitäten, Fuß“, und: „Viele von uns - mich eingeschlossen - glauben fest, dass wir in der Periode von 1870 bis 1914 mit dem internationalen Goldstandard sehr gut fuhren." (http://www.foonds.com/ ).
Warum horten die Zentralbanken Gold, wenn Gold keinen Geldcharakter hätte?
Ben Bernanke, derzeitiger FED-Chef, konnte sich bei einem Hearing 2011 zu keiner klaren Aussage durchringen, ob Gold denn Geld sei (http://www.foonds.com/ ), im Gegensatz zu Greenspan, der Gold noch als „ultimatives Zahlungsmittel“ gesehen hatte. Wenn Gold keinen Geldcharakter hätte, stellt sich natürlich die Frage, weshalb fast alle Notenbanken auf teils hohen Goldbeständen sitzen, die als Währungsreserven dienen. Und es könnte durchaus bald der Fall sein, dass die Goldbestände die einzigen werthaltigen Reserven sind, wenn sich Euro und Dollar weiterhin ein Abwertungsrennen liefern. Nach einem möglichen Zusammenbruch der jetzigen Währungssysteme würde eine neue Währung dringend wieder eines soliden Fundamentes bedürfen, und das könnte u.a. auch Gold sein.
(cr)






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