Bankexperten empfehlen im Rahmen der Alpbacher Zins- und Währungsprognose, allfällige Schweizer-Franken-Kredite in Euro zurückzuführen. Derzeit garantiert die Schweizer Notenbank (SNB) einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken. Zwar wollen die Experten nicht an der Entschlossenheit der Schweizer zweifeln, aber die Risiken für Kreditnehmer seien hoch und die Gewinnchancen praktisch Null, so ihr Argument.
Die Schweiz habe zwar den Ruf eines sicheren Hafens, sagte Tim Geißler von der RLB NÖ-Wien, aber es sei nicht zu erwarten, dass der Schweizer Franken wieder auf einen Kurs von 1,40 oder 1,50 zum Euro sinkt. Viele Österreicher hätten aber zu diesem Kurs gekauft und hofften noch, ihre Verluste wieder abzubauen. Zugleich aber sagten Schweizer Großbanken, dass der Kurs des Franken sehr schnell und sehr weit steigen werde, sollte die Schweizer Nationalbank die Grenze von 1,20 eines Tages nicht mehr verteidigen. Dann könnte der Franken "rasch" auf über einen Euro steigen. Daher empfiehlt Geissler, jetzt aus dem Franken auszusteigen: "Ich würde das Risiko nicht aufrechterhalten, im Franken zu bleiben"
Genau gleich sieht das Michael Rottmann von der UniCredit. Normalerweise werde die Schweiz noch auf Jahre die 1,20 zum Euro halten können. Über 400 Mrd. Euro an Reserven hat sie bisher durch ihre Politik angehäuft und großteils im Euroraum angelegt. Aber wie Geißler sieht auch Rottmann keine Chance, dass der Franken wieder auf 1,50 pro Euro fallen könne - wohl aber ein Risiko, dass der Franken steigt. Und dann wäre er "innerhalb von drei Stunden bei 1,10 und drei Tagen bei Parität - Sie haben ein sehr hohes Risiko". Dazu komme ein möglicher Anstieg der Inflation, der zu höheren Zinsen führen und die Veranlagung in Schweizer Franken noch einmal unrentabler machen würde. Daher "Risikopositionen in Schweizer Franken aufzulösen ist keine schlechte Idee", so sein Schluss.
apa






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