Kaffee war in den vergangenen Monaten immer wieder ein Preistreiber im Warenkorb der Statistik Austria. Der "Mikrowarenkorb", der den täglichen Einkauf widerspiegelt und vor allem Nahrungsmittel enthält, kostete im August 3,1% mehr als ein Jahr davor. Für die kräftigen Teuerungen in der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (im Schnitt +3,7% bzw. +0,42%-Punkte VPI-Einfluss) waren unter anderem auch die Preise für Kaffee verantwortlich - sie stiegen um 6,2 Prozent.
Nun können heimische Kaffeetrinker wieder aufatmen. Der Höhenflug der Kaffeepreise scheint vorbei. Nach Rekordpreisen für Rohkaffee im Vorjahr hat sich die Lage wieder stabilisiert. Derzeit wird ein Pfund Arabica-Kaffee um rund 1,70 US-Dollar (1,323 Euro) gehandelt, im Mai/Juni 2011 waren es über 3 US-Dollar/Pfund. Seit Jahresbeginn ist der Preis für die im Vergleich zu Robusta qualitativ hochwertigere Kaffeesorte um rund 25% gesunken und macht Arabica-Kaffee laut Bloomberg zum Schlusslicht unter den 24 vom S&P-GSCI-Index verfolgten Rohwaren.
"Nach einer noch nie da gewesenen Hausse an den Rohkaffeebörsen beobachten wir seit August einen Abwärtstrend und vermuten, dass dieser nachhaltig sein wird", so Tchibo-Österreich-Chef Harald Mayer. Der Kaffeeröster senkt daher hierzulande ab Mitte Oktober die Preise um 50 Cent pro halbes Kilo, die Kilo-Packung wird um einen Euro günstiger.. Im Heimmarkt Deutschland hat der Kaffeeröster die Preise bereits heuer im April im gleichen Ausmass gesenkt.
Warum die Kaffeepreise längerfristig tiefer gehen könnten, hat mit hohen Lagerbeständen und der guten Ernte in Brasilien sowie speziellen Nachfragetendenzen zu tun. Im wichtigsten Kaffeeanbauland, jährlich 2,9 Mio. Tonnen Rohkaffee und ein Drittel der Weltproduktion, sollen die Verkäufe in den nächsten Monaten zunehmen - bei gleichzeitigem Rückgang des Rösterbedarfs an Arabica-Kaffee. Aufgrund der weltweit schwachen Wirtschaft gewinnt nämlich die billigere Kaffeesorte Robusta an Beliebtheit. Ricardo Vilanueva, Präsident von Guatemalas nationalem Kaffeeverband Anacafe, sieht daher nächstes Frühjahr sogar Arabica-Preisrückgänge bis auf 1,40 US-Dollar pro Pfund.
Die guten Nachrichten für Kaffeeliebhaber kommen genau rechtzeitig. Weltweit werden täglich 2,5 Milliarden Tassen konsumiert, wie ein von Tchibo in Auftrag gegebener Kaffeereport zeigt. Und Österreich liegt in der Rangliste im guten europäischen Mittelfeld. Nach Wasser ist Kaffee das beliebteste Getränk von Frau und Herrn Österreicher, die 162 Liter pro Jahr oder täglich durchschnittlich 2,6 Tassen Kaffee trinken.
Zudem feiert Österreich am 1. Oktober zum elften Mal den Tag des Kaffees. Und weil hierzlande Kaffee, Kaffeehaus und Kultur schon lange hochgehalten werden, wird der Tag der Bohne in über 1000 Kaffeehäusern sowohl schmackhaft als auch kulturell über die Bühne gehen. (cg)






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