Hehre Ziele und optimistische Blicke in die Zukunft sind am jährlichen Finance & Science Kongress Alltag. Auch am dritten seiner Art, wie immer von Sustainability Economic Forum (SEFO) und software-systems.at organisiert, sind es Erkenntnisse, die die Basis für weitere geplante Schritte bilden.
Die gegenwärtigen Krisen lassen für Johannes Krall, Vereinspräsident von SEFO, den Schluss zu, “dass die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum gestärkt werden müssen” und “dass im Finanzproduktebereich der Druck der Anleger und Aufsichtsbehörden auf Anbieter zunimmt”. Was daraus folgt, sind andersartige Informationen als Grundlage für Investmententscheidungen, neue Finanzprodukte, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit neuen Themen und zeitgemässe Ausbildungswege.
software-systems.at, repräsentiert von Gründer und Chef Richard Lernbass, hat als Finanzdatenanbieter schon seit längerem die Initiative in Richtung Bewusstseinsbildung der Anleger ergriffen. Während die derzeitigen Prämissen in der Reihenfolge Rendite, Risiko und Inhalt im Blickpunkt der Investoren stehen, stellt Lernbass den Inhalt an den Anfang: “In dem Moment, wo man sich mit dem Inhalt des Investments beschäftigt, ist man schon nachhaltig unterwegs. Denn das, was einem am Herzen liegt, soll auch im Investment drinnen sein.” Dazu versucht software-systems.at die nötigen Infos und Kennzahlen anzubieten.
Die Zukunft liegt für Lernbass aber vor allem in der tatkräftigen Einflussnahme der Investoren auf Unternehmensentscheidungen in Richtung Nachhaltigkeit - damit in “grüne” Portefeuilles nicht nur der vermeintlich passende Finanzsektor Einzug hält, sondern vor allem andere Branchen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich Banken und Finanzdienstleister ernsthaft mit den Anliegen ihrer Kunden beschäftigen - laut Lernbass sei dies ein langsamer und schleppend verlaufender Lernprozess.
Bei manchen Produktanbietern geht das, so scheint’s, schneller. Ob Aufsprung auf den Modezug ethischer Produkte oder Einstellungswandel, Superfund macht sich jedenfalls seit längerem Gedanken zu ethischen Fonds und präsentiert eine noch nicht ganz ausgereifte Idee, wie man mit einer Long/Short-Strategie Druck auf Unternehmen ausüben könnte.
Dass die Inhalte der Investments mit Wertschätzung und Orientierung zu tun haben, klingt im Munde von Karl-Heinz Brodbeck, Ökonom und Professor an der Universität Würzburg, logisch. Deswegen ist es aber noch lange nicht einfach, vom einst selbstverständlichen ökonomischen Handeln zu einer anderen Werthaltung zu finden. Wenn “Wettbewerb ein Moralzehrer” ist, braucht es Wertquellen jenseits des Marktes. Dennoch lässt sich die Lösung auch bei den Ökonomen finden, meint Brodbeck: “Nehmen wir sie ernst, wenn sie sagen, die Präferenzen der Konsumenten bestimmen letztlich, wohin das Kapital geht und entscheiden damit über den Wirtschaftsprozess.”
Übertragen auf Investoren hiesse das, Anleger hätten grosse Macht, die es auszuüben gälte und zwar gebündelt. (cg)






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