Börse Express: Sie gingen erst im Juni per IPO an die Börse. Warum jetzt gleich wieder ein Kapitalbedarf und die Emission einer Anleihe?
Thomas Berger: Das IPO war zur Finanzierung des originären Kerngeschäfts; das ist der Ausbau vorhandener Standorte.
Neu ist jetzt der Zukauf fremder Anlagen. Das ist für uns ein bisserl so, wie die Jungfrau zum Kind kommt und normalerweise die Spielwiese von Finanzinvestoren, während unsere Stärke in der Biologie liegt.
Aber genau mit diesen Inputfaktoren liegen für uns nun hervorragende Möglichkeiten am Tableau.
Börse Express: Mit Inputfaktoren meinen Sie wahrscheinlich ihre Mutter KTG Agrar, von der Sie die Rohstoffe zur Biogaserzeugung beziehen …
Thomas Berger: Wir können damit sicherstellen, dass der Input auch in schwierigen Zeiten lieferbar ist, unabhängig von Preisschwankungen und sonstigen Volatilitäten am Weltmarkt.
Börse Express: Sie gaben heute früh die Übernahme von 66% an der Deutschen Biogas bekannt, der Nummer eins Deutschlands bzw. Europas. Ist das jetzt so ein angesprochener Zukauf, der aus der jetzigen Anleihen-Emission bezahlt wird?
Thomas Berger: Ja, eigentlich wollte ich die Verhandlungen bereits mit Beginn der Zeichnungsfrist bekannt geben, es hat sich dann aber doch noch ein paar Tage gezogen.
Börse Express: Inklusive Biogas – auf wieviel MW an Kapazität kommen Sie nun?
Thomas Berger: Knapp 50.
Börse Express: Rein von der Marktkapitalisierung der Deutschen Biogas her müsste Ihnen da aber auch noch Geld übrig geblieben sein ...
Thomas Berger: Es gibt noch weitere Projekte in der Pipeline - anders gesagt: Ein bisserl eine Kriegskasse ist noch da.
Börse Express: Kurz noch zum IPO. Sie haben die Aktie damals als Dividendenpapier positioniert. Gleichzeitig hält die Mutter KTG Agrar etwas mehr als zwei Drittel der Aktien – sind da nicht Interessenskonflikte programmiert?
Thomas Berger: Nein, wir werden beide Gruppen zufrieden stellen. Ich sehe Aktie und Anleihe als gute Ergänzung in der Finanzierungsstruktur. Die beiden Instrumente sprechen auch unterschiedliche Anlegergruppen an: Die Aktie bietet mehr Chancen, ist aber riskanter. Bei der Anleihe gibt es weniger Risiko.
Börse Express: Sie sagten zuvor, die Primärrohstoffe werden von KTG Agrar erworben. Wie funktioniert da die Preisfestsetzung?
Thomas Berger: Mit Start jeder neuen Anlage werden immer Zehnjahresverträge festgelegt. Da gibt es keine negativen Überraschungen für uns – und gibt doch eine gewisse Planungssicherheit.
Börse Express: Zuletzt gab es massive Kritik an Biosprit – Nahrungsmittel gehören nicht in den Tank. Fürchten Sie so etwas ähnliches unter dem Motto: „Nahrungsmittel gehören nicht verstromt“?
Thomas Berger: Genau wegen dieser ethischen Fragestellung haben wir uns seit Beginn dazu entschlossen, das Zweitfruchtkonzept zu fahren. KTG Agrar erntet ganz normal seine Nahrungsmittel, danach wird etwa unser Sudangras, sprich Stroh, etc. angebaut, das dann bei uns in Biogas verwandelt wird. Wir verwenden keine Lebensmittel, die auf den Teller gehören.
Börse Express: 2011 erzielten Sie einen Umsatz von 21,5 Mio. Euro, ein EBIT von 3,9 und einen Überschuss von 0,8 Millionen. Wo stehen Sie mit dem Auslaufen der Anleihe in sechs Jahren?
Thomas Berger: Wir werden bereits 2013 einen deutlichen Umsatzsprung zeigen, natürlich auch wegen der übernommenen Deutschen Biogas, diese erzielte zuletzt einen Umsatz von 32 Millionen Euro. Wir werden bei Umsatz und Ergebnis also in eine neue Dimension wachsen. In sechs Jahren werden wir die 100 Millionen deutlich überschritten haben.
Das komplette Interview finden Sie unter http://bit.ly/






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