Europa ist deshalb in der Krise, weil der Euro zu unterschiedliche Wirtschaftskulturen unter einen Hut bringen will. Lohnexzesse, Korruption und Ineffizienz haben die Südländer wirtschaftlich ruiniert, oder anders gesagt, sie haben seit der Euroeinführung, die ihnen günstige Zinsen brachte, über ihre Verhältnisse gelebt. Nicht so sieht man das allerdings in Brüssel, wo man immer wieder hört, dass Deutschland mitschuldig sei, weil man dort die Löhne nicht ausreichend erhöht habe. So gab es ja schon so kuriose Vorschläge, wie etwa: die starken EU-Länder sollten sich an das Mittelmaß anpassen. Ähnliche Gedanken hegt auch der Sozialkommissar Laszlo Andor, der die Lage so sieht, als habe sich Deutschland mit unfairen und dirigistischen Maßnahmen in Form von Lohndumping Wettbewerbsvorteile auf Kosten der schwachen Länder verschafft. Wäre nun die EU eine abgeschottete Insel der Seligen, wäre es an sich kein Problem, wenn sich die starken Länder des sozialen Friedens Willen auf das Niveau der Südländer herunterziehen ließen. Dem ist aber nicht so, denn die EU steht im Wettbewerb mit den USA, Südamerika, Indien und China. Mit einer EU des Mittelmaßes wird man gegen diese Länder im Wettbewerb auf Dauer aber kaum bestehen können. Ob das je bis zu den Brüssler Bürokraten, die letztlich primär an der Erhaltung ihrer Ämter interessiert sind und bisher wenig konstruktive Lösungen eingebracht haben, vordringen wird, ist allerdings fraglich.
(cr)






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