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Lebensversicherungen für Frauen bald erheblich teurer   Facebook be



19.09.2012
 

Aufgrund einer neuen Richtlinie der EU werden Versicherungsverträge für Männer und Frauen ab 21. Dezember 2012 vereinheitlicht. Die Unisex-Richtlinie trifft grundsätzlich alle Versicherungen. Das wird die Tariflandschaft besonders im Bereich der Kranken-, Unfall- Renten- und Lebensversicherung massiv verändern.

Das Verbraucherportal durchblicker.at geht davon aus, dass die neuen "Unisex"-Prämien in der Lebensversicherung für Frauen zu deutlich höheren Tarifen führen werden. Frauen sollten daher rasch handeln, um sich die derzeit günstigen Prämien zu sichern. Laut einer aktuellen GFK-Umfrage ist das Thema in breiten Bevölkerungsschichten noch weitgehend unbekannt.

Lebensversicherungen ohne Sparkomponente, sogenannte Ablebensversicherungen, sind eine sehr beliebte und günstige Möglichkeit, um die eigene Familie für den Fall des Todes finanziell abzusichern. Auch für die Absicherung von Krediten wird eine Ablebensversicherung von Banken oft eingefordert. Besonders günstig ist diese Versicherung derzeit noch für Frauen zu haben, weil diese statistisch ein höheres Lebensalter erreichen.

Ein aktueller Vergleich von durchblicker.at zeigt, dass eine 35-jährige Frau bei einer Ablebensversicherung mit einer Laufzeit von 25 Jahren derzeit im günstigsten Fall 91 Euro im Jahr für eine Versicherungssumme von 100.000 Euro bezahlt. Ein Mann bezahlt für das gleiche Produkt derzeit um 44 % mehr, nämlich 131 Euro. Auf die Laufzeit des Vertrags bezahlt eine Frau also derzeit rund 1.000 Euro weniger als ein Mann im gleichen Alter.

Bei älteren Versicherungsnehmern steigen sowohl die Prämien, als auch die Prämienunterschiede zwischen den Geschlechtern. So müssen 55-jährige Männer derzeit um 87 % oder 267 Euro mehr für einen Vertrag mit 15 Jahre Laufzeit bezahlen als Frauen im gleichen Alter.

Damit ist es aber bald vorbei. Derzeit läuft in Österreich die Umsetzung der Unisex-Richtlinie, die besagt, dass Versicherungen Männern und Frauen keine unterschiedlichen Prämien mehr anbieten dürfen. Bis Ende des Jahres werden daher alle Versicherungen ihre Tarife überarbeiten.

Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.at: "Bis zum 21. Dezember 2012 müssen alle Versicherungen die Prämien für Männer und Frauen gleich ausgestalten. Weil traditionell mehr Ablebensversicherungen von Männern als von Frauen abgeschlossen werden, müssen wir derzeit davon ausgehen, dass sich die niedrigen Prämien von Frauen den teureren Männer-Prämien angleichen werden. Das bedeutet im Worst Case mehr als 80 % höhere Prämien für neu abgeschlossene Verträge für Frauen." Bestehende Verträge sind von der Unisex-Richtlinie jedoch nicht betroffen.

Baudisch weiter: "Rasche Aufklärung der österreichischen KonsumentInnen ist dringend erforderlich, denn bereits vor dem 21. Dezember werden viele Anbieter ihre neuen Tarife scharf schalten. Wir erwarten die ersten Umstellungen bereits in den nächsten 4-6 Wochen."

Prämien für Frauen werden dann steigen. Frauen, die in den nächsten Jahren planen eine Ablebensversicherung abzuschliessen, sollten daher bereits jetzt einen Vertrag abschliessen, um sich die günstigen Prämien noch zu sichern.

Obwohl die anstehenden Mehrbelastungen für Frauen sehr hoch sind, ist das Thema noch weitgehend unbekannt. Laut einer aktuellen GFK-Befragung haben 69 % der ÖsterreicherInnen noch nie von der Unisex-Richtlinie gehört, lediglich 5 % der Männer und 4 % der Frauen haben angegeben, die Richtlinie zu kennen und sich mit den persönlichen Auswirkungen auseinandergesetzt zu haben.


 
 

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