Gespräch mit Jörg Philipsen, Portfolio-Manager des UBS German High Dividend Funds
Der deutsche Aktienmarkt setzt seine Erholung fort und notiert auf Jahreshöchstständen. Kann sich jetzt noch ein Einstieg lohnen?
Jörg Philipsen: Der deutsche Aktienmarkt hat sich zuletzt zwar relativ gut entwickelt, die Bewertung erscheint im historischen Vergleich jedoch weiterhin interessant. So lag beispielsweise das durchschnittliche KGV des Deutschen Aktienindex während der vergangenen zehn Jahre bei 13,5, während der aktuelle Wert 11,1 beträgt. Betrachtet man die Dividendenrenditen, so ergibt sich ein ähnliches Bild: Der aktuelle Wert von 3,7 Prozent beim DAX liegt deutlich über dem Zehnjahres-Durchschnitt von 3,1 Prozent. Insbesondere gegenüber den momentan extrem niedrigen, zum Teil negativen realen Renditen bei deutschen Staatsanleihen erscheinen deutsche Aktien als eine gute Alternative – sofern man als Anleger bereit ist, die höheren Risiken in Kauf zu nehmen.
Wie bewerten Sie die Entwicklung im Nebenwerte-Segment – auch im Vergleich zu den Standardwerten?
Jörg Philipsen: Vergleicht man die vergangenen zehn Jahre, haben sich Small und Mid Caps besser als die grossen Konzerne entwickelt und konnten höhere Wachstumsraten verzeichnen. Im Gegenzug mussten Anleger aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Betrachtet man die Entwicklung seit Jahresbeginn, haben sich die Large Caps besser als die Small Caps geschlagen. Mid Caps haben sich im Vergleich am besten entwickelt.
Die Eurokrise hält die Finanzmärkte fest im Griff. Wie sollten sich Anleger in dieser Situation verhalten?
Jörg Philipsen: In den kommenden Wochen dürften die Märkte nochmals stark von Entscheidungen der Politik und Zentralbanken abhängen. Dem Einfluss können sich die Anleger nicht entziehen. Sie sollten aber bei aller Unruhe nicht die fundamentalen Unternehmensdaten aus dem Blick verlieren. Denn es kommt der Zeitpunkt, an dem der Aktienmarkt wieder stärker von spezifischen Unternehmensnachrichten und -entwicklungen bestimmt sein wird. Wer hier schon jetzt den Überblick bewahrt, kann bei der Aktienauswahl gute Ergebnisse erzielen.
Wie wählen Sie die Aktien für den von Ihnen verwalteten UBS German High Dividend Fund aus?
Jörg Philipsen: Im Hochdividendenbereich ist es sehr wichtig, nicht nur die Unternehmen mit den höchsten Dividenden auszuwählen, sondern auch auf die Unternehmensqualität und die Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen zu achten. Zudem legen wir Wert auf eine gesunde Mischung. Wir haben bewusst den breiten HDAX als Benchmark verwendet, der alle Titel aus den drei Börsenindizes DAX, MDAX und TecDAX enthält.






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