„Es ist unübersehbar, dass Unsicherheit, niedrige Zinsen und die Euro-Krise ihre Spuren in der Vermögensentwicklung hinterlassen“, kommentiert Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, die Ergebnisse des aktuellen Allianz Global Wealth Report. Der globale Trend zur höheren Bewertung des Sicherheitsaspektes bei der Vermögensbildung gilt auch in Österreich.
Vielleicht sogar speziell in Österreich, was sich in einer anderen Zahl negativ zu Buche schlägt. Denn während das weltweite Brutto-Geldvermögen erstmals die 100 Billionen Euro-Grenze überschritten hat (das Netto-Geldvermögen pro Kopf legte 2011 aber nur um 0,6% zu, nach 7,8 und 9,7% in 2009 und 2010), ist das Pro-Kopf-Vermögen der österreichischen privaten Haushalte im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken, um 1,1 Prozent.
Im globalen Vergleich belegt Österreich mit einem durchschnittlichen Netto-Geldvermögen pro Kopf von 40.650 Euro Platz 15, einen Platz vor Deutschland. Diese Liste wird seit Jahren mit grossem Abstand von der Schweiz mit 138.062 Euro angeführt; auf den Plätzen folgen Japan, die USA, Belgien und die Niederlande. Trotz des Rückgangs beim Netto-Geldvermögen pro Kopf liegt der 2011er-Wert in Österreich aber mehr als 8% über dem Vor-Krisen-Höchstwert aus 2007.
Ein Phänomen, das die globale Vermögensentwicklung post-Lehman kennzeichnet: die anhaltende Flucht in die Sicherheit. In den letzten vier Jahren waren Bankeinlagen in jeder Weltregion die am schnellsten wachsende Vermögensklasse.
Allein im letzten Jahr stockten die Sparer weltweit ihre Bankguthaben um über 6% oder rund 2 Billionen Euro auf. Ihr Anteil am Vermögensportfolio hat sich damit seit 2007 um 5,5 Prozentpunkte auf 32,8% erhöht, gleichzeitig ist der Wertpapieranteil um 6,5 Prozentpunkte auf 34,6% zurückgefallen. Auch in Österreich ist ein ähnlicher Trend erkennbar, geht aus der Studie hervor: Hierzulande legten Bankeinlagen am Vermögensportfolio seit 2007 um 1,7 Prozentpunkte (von 44,4 auf 46,1%), Versicherungen um 0,5 Prozentpunkte zu (von 18,6 auf 19,1%), während Wertpapiere (von 35,4 auf 32,8%) an Bedeutung einbüssten.






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