Die von der Regierung auf drängen der Senioren- und Pensionistenverbände eingeräumte befristete Option für ein Vorwegsteuermodell wird von den davon Betroffenen offensichtlich nicht stark nachgefragt. Der SP-nahe Pensionistenverband hat nun den von der VBV-Pensionskasse entwickelten Vorwegsteuer-Kalkulator ebenfalls online gestellt. Mit dem Pauschalsteuermodell sollen die überdurchschnittlichen Verluste der Firmenpensionisten abgefedert werden. Die Option kann noch bis Ende Oktober ausgeübt werden.
"Bis dato hat allerdings erst ein geringer Prozentsatz die Option ausgenützt, es ist dies auch ein Zeichen einer gewissen Unsicherheit in Hinblick auf den zu erzielenden Vorteil", so der Pensionskassen-Sprecher des PVÖ Franz Schön, am Freitag in einer Presseaussendung. Ungefähr zwei Drittel aller betroffenen Firmenpensionisten, das sind rund 35.000 Personen, hätten bisher keinen Zutritt zu diesem Kalkulator gehabt.
Mit dem Vorwegsteuer-Kalkulator können Bezieher einer Firmenpension ihre Nettopension abschätzen, die sie erhalten würden, wenn sie von der neuen gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch machen, ihr Pensionskapital vorweg zu besteuern.
Wer dieses Modell in Anspruch nehme, bei dem werde die "Arbeitgeberpension" zukünftig in eine "Arbeitnehmerpension" umgewandelt, die dann nicht mehr zur Gänze, sondern nur mehr zu einem Viertel der Versteuerung unterliege, so Schön. Bei Personen, die bisher keine oder nur wenig Steuern zahlen, könnte es aber auch zu Nachteilen kommen.
Vom Vorwegbesteuerungsmodell können nur Anwartschaftsberechtigte ab dem 60. Lebensjahr und Leistungsberechtigte in einem beitragsortientierten Modell Gebrauch machen, deren Rechnungszins am 1.1. 2002 oder später über 3,5 Prozent betragen hat, bzw. deren Hinterbliebene. Mit dem Vorwegbesteuerung kam die Regierung einer wichtigen Forderung der Pensionskassenberechtigten nach. Firmenpensionisten waren in den letzten Jahren immer wieder von Kürzungen ihrer Zusatzpension betroffen.
( APA)






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