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Ist Obama gut oder schlecht für die Märkte?   Facebook be



07.09.2012
 

US-Präsident Barack Obama verliert bei Investoren an Beliebtheit. Gleichwohl gehen sie davon aus, dass er im November wiedergewählt wird. Das ist eines der Ergebnisse einer vierteljährlichen Umfrage unter weltweit 847 Kunden von Bloomberg.

46 Prozent der befragten Investoren, Analysten und Händler halten eine Wiederwahl Obamas für schlecht im Hinblick auf die US-Finanzmärkte. 39 Prozent teilen diese Meinung nicht. Die Umfrage wurde am 4. September durchgeführt. Bei der vorhergehenden Umfrage im Mai lag die Zustimmung zu Obama noch bei 48 Prozent, für schlecht hielten ihn 36 Prozent. Von den US- amerikanischen Investoren sind nur 18 Prozent der Meinung, dass eine Wiederwahl Obamas gut für die US-Märkte wäre.

“Alles, was uns von Mr. Obama befreit, wird positiv für die Wirtschaft sein”, sagte Neil Grossman, 55, Managing Partner und als Chief Investment Officer für die Kapitalanlagen bei TKNG Capital Partners in St. Petersburg, Florida, zuständig.

Geht es um die Weltwirtschaft, erhält Obama bessere Noten. Zwar unterstützen die Investoren den Republikaner Mitt Romney mit seinen Visionen für die amerikanische Wirtschaft, doch im Hinblick auf die Weltwirtschaft halten 44 Prozent Obama für besser, 42 Prozent der Befragten finden dies nicht.

Die Investoren unterstützen Obamas Plan, die Steuervergünstigungen aus der Regierungszeit von George W. Bush für die reichsten Amerikaner abzuschaffen. Sie sind aber der Meinung, dass Romney eher eine dauerhafte Lösung bei den langfristigen Haushaltsproblemen der USA finden wird.

Mit 42 Prozent hat Romney die bessere Vision für die US- Wirtschaft, von Obama sagen dies nur 40 Prozent. Im Mai hatte Obama bei dieser Frage noch einen Vorsprung von elf Prozentpunkten.

“Die Laufbahn von Gouverneur Romney bei Bain Capital verschafft ihm den notwendigen Hintergrund, in den USA ein viel wirtschaftsfreundlicheres Umfeld zu schaffen. Und das wiederum wird dazu beitragen, dass die Wirtschaft schneller wächst”, sagt Matt Kennedy, 34, Senior Financial Associate bei Oppenheimer & Co. in Atlanta.

Bei den Investoren außerhalb der USA haben 50 Prozent ein eher günstiges Bild von Obama, 45 Prozent sehen ihn eher negativ. “Eine Wiederwahl von Präsident Obama wäre gut für die US-Wirtschaft und für die Märkte”, sagt etwa Henry Sandberg, 27, Research-Analyst bei Tiverton Trading in Monte Carlo, Monaco. Auch unterstützen 51 Prozent der ausländischen Investoren Obamas Vision für die US-Wirtschaft.

Selbst mit ihrer Abneigung gegen Obamas Wirtschaftspolitik gehen die Investoren mit 64 Prozent zu 28 Prozent von seiner Wiederwahl aus. Dabei zählen sich die Umfrageteilnehmer überwiegend zur politischen Rechten: 79 Prozent beschreiben sich als gemäßigt oder konservativ; 96 Prozent der Befragten sind Männer.

Von Romney haben 46 Prozent der Umfrageteilnehmer ein günstiges Bild, 42 Prozent ein eher ungünstiges. Im Mai hatten ihn noch 46 Prozent negativ beurteilt, 40 Prozent günstig.

Wenig Vertrauen haben die Investoren im Hinblick auf die Demokraten und die Republikaner im Kongress. Der negative Ton des Wahlkampfs werde noch nachhallen, sagen sie. Keine der beiden Kongress-Parteien erhält ein günstiges Urteil von 30 Prozent der Befragten. Und 73 Prozent der Investoren sind der Meinung, dass die gegenseitigen Angriffe während des Wahlkampfs es den USA erschweren werden, ihre Finanzprobleme in den Griff zu bekommen. Nur 12 Prozent sind der Meinung, dass die Wunden schnell heilen werden.

“Egal wer gewinnt - die beiden Parteien müssen zusammen arbeiten, um einen realistischen überparteilichen Haushalt zustande zu bringen, der die US-Wirtschaft zurück zu einer tragfähigen Verschuldung führt”, sagt Tom Lawson, Volkswirtschafts-Analyst bei Asia-Pacific Risk Management in Wellington, Neuseeland. “Für jeden der Kandidaten wird das ein Kampf.”

“Mit einer Wahl von Romney gibt es beträchtlich mehr Unsicherheiten”, sagt Timothy Ball, Managing Director bei Stormharbour Securities in New York, und bezeichnet dies ausdrücklich als seine persönliche Meinung. “Seine Politik kann entweder kontraktiv oder stimulativ sein - es ist schwer abzusehen, was wir bekommen würden.”

Die Umfrage förderte auch zu Tage, dass die Investoren die US-Wirtschaft skeptischer beurteilen. Eine Verschlechterung sehen 22 Prozent gegenüber 18 Prozent im Mai. Nur noch 34 Prozent rechnen mit einer verbesserten Konjunktur, im Mai waren es noch 43 Prozent. 44 Prozent gehen von einer stabilen Lage aus.

Die Umfrage wurde von Selzer & Co. in Des Moines, Iowa, durchgeführt und hat eine Fehlermarge von 3,4 Prozentpunkten.

(Bloomberg)


 
 

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