Europa steckt inmitten einer Bankenkrise, die sich in eine umfassende Wirtschaftskrise ausweiten könnte, wenn nicht schnell gehandelt wird. Diese Ansicht vertritt Carl Weinberg, der Gründer und Chef-Volkswirt von High Frequency Economics.
“Europa befindet sich seit zweieinhalb Jahre in einer Lage, die alle Kennzeichen der ‘Grossen Depression’ zeigt”, sagte Weinberg. “Die Geldpolitik steckt mit ihrer Reaktion fest. Die Banken sind unterkapitalisiert, und niemand rührt einen Finger, um ihnen zu helfen.”
Europas Entscheidungsträger treffen sich diese Woche, um über den Plan der EZB zum Ankauf von Staatsanleihen zu beraten. Um davor noch schnell ein paar Weichen zu stellen, reiste EU-Präsident Herman Van Rompuy am Dienstag nach Berlin zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Italiens Ministerpräsident Mario Monti empfing Frankreichs Präsident Francois Hollande in Rom.
EZB-Chef Mario Draghi hatte am Montag erklärt, dass sich die Notenbank vorstellen könnte, dreijährige Staatsanleihen aufzukaufen, um Euro-Länder zu unterstützen, die sich schwer am Markt finanzieren könnten.
“Die EZB schafft diesen Mythos, wonach sie den Bondsmarkt unterstützen und dadurch das Bankensystem retten kann”, sagte Weinberg. “Letztendlich wird sich herausstellen, dass Banken rekapitalisiert werden müssen, wenn sie unterkapitalisiert sind, anstatt zu versuchen, den Markt so zu manipulieren, dass die Banken kein Kapitaladäquanz-Problem mehr haben.”
Zusammenfassend erklärte Weinberg: “Was Europa derzeit durchmacht ist viel eher mit einer Depression vergleichbar als mit Konjunkturzyklen, wie wir sie schon gesehen haben. Sie müssen drei Dinge tun: Sie müssen die Banken reparieren, die Banken reparieren und die Banken reparieren.”
(Bloomberg)






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