Kanadas Wirtschaftswachstum legte im 2. Quartal des laufenden Jahres um 1,8 Prozent zu und blieb damit weiterhin knapp unter den ursprünglichen Erwartungen für das Gesamtjahr von 2 Prozent. Dennoch erwartet man sich von dem relativ schwachen Wachstum, einen stetigen, wenn auch nur leichten Aufschwung der kanadischen Wirtschaft für den Rest des Jahres. Das Bruttoinlandsprodukt ist mit 0,1 Prozent im Mai kaum merklich gewachsen. Vor allem ist die Industrieproduktion um 0,5 Prozent eingebrochen. Dies betraf vor allem die Bereiche der Maschinen-, Computer und Elektronikproduktion. Auch die Bauwirtschaft verzeichnete einen Rückgang um 0,2 Prozent.
Die hohe Verschuldungsrate der privaten Haushalte macht den kanadischen Wirtschaftspolitikern weiterhin Sorgen. Die Kreditvergabekonditionen in Kanada waren aber immer deutlich restriktiver als in den USA. Trotz der derzeit tendenziell eher trüben globalen Konjunkturprognosen, befindet sich dich kanadischen Wirtschaft in einer Phase eines zwar schwachen, dafür aber nachhaltigen Wachstums. Aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen kann auch weiterhin nicht mit einer Anhebung der Leitzinssätze der kanadischen Zentralbank gerechnet werden.
Die weitere Entwicklung wird zu einem guten Teil von den Konjunkturaussichten in den USA, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner Kanadas abhängen. Die Wirtschaftsbeziehungen nach Asien sollen nach den Vorstellungen der Regierung intensiviert werden. Vor allem die Rohstofflieferungen (insbesondere für Energie) nach China werden in den kommenden Jahren zügig ausgebaut. China gilt bereits jetzt als einer der größten Investoren in Kanada im Energiebereich. Als zusätzliche Antriebskräfte in der kanadischen Wirtschaft fungieren momentan der Einzelhandel sowie der Finanz- und Versicherungssektor. Die vom Binnenhandel ausgehende Wirtschaftsdynamik ist derzeit wohl, abgesehen vom traditionell starken Rohstoffsektor, ein seltenes ökonomisches Phänomen unter den Industrienationen Europas und Nordamerikas.






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