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Hedgefonds steigen beim Dollar aus - Risikoappetit nimmt zu   Facebook be



28.08.2012
 

Hedgefonds und andere grosse spekulative Investoren lösen ihre Wetten auf einen stärkeren Dollar so schnell auf wie noch nie. Grund dafür ist die wachsende Zuversicht in die Erholung der Weltwirtschaft.

Noch im Juni waren Futures-Kontrakte, mit denen Investoren auf einen Kursanstieg des Dollar wetten, so stark gestiegen wie nie zuvor. Die Wirtschaft signalisierte Wachstumsschwäche und die Anleger zogen sich aus riskanteren Anlagen zurück. Nachdem die Zentralbanken von China bis zu den USA jedoch versprachen, die Wirtschaft ihrer Länder zu unterstützen kehrte sich der Trend um und die Hedgefonds begannen, diese Wetten wieder aufzulösen. Investoren suchen jetzt nach höheren Erträgen in Schweden bis hin zu Australien.

Die relative Sicherheit von Anlagen, die in Dollar denominiert sind, ist auch weniger gefragt, seitdem die Kosten für Ausfallabsicherungen für Staatsanleihen der G-10 Industrieländer so niedrig sind wie seit einem Jahr nicht mehr und die Aktienkurse das höchste Niveau seit dem Jahr 2008 erreicht haben. Der Standard & Poor’s 500 Index erreichte am 21. August bei 1426,68 Zählern den höchsten Stand seit vier Jahren.

“Wir beobachten eine generelle Rückkehr des Risikoappetits an den Finanzmärkten, einschliesslich des Devisenmarktes”, sagte der leitende Währungsstratege Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank AG in Frankfurt. Die Investoren “werden versuchen weg vom Dollar zu diversifizieren, in Währungen die von starken Fundamentaldaten gestützt werden, wie der australischen Dollar und die skandinavischen Währungen”, ergänzte er.

Die schwedische Krone legte in den letzten vier Wochen stärker zu als jede andere wichtige Währung - gestützt von Leitzinsen, die sechsmal höher sind als in den USA. Grösste Verlierer waren dagegen US-Dollar und Yen, die in turbulenten Zeiten als “sichere Häfen” bei Investoren gefragt sind.

Gegen den Dollar arbeiten mit die niedrigsten Leitzinsen unter den Industrieländern weltweit. Die US-Notenbank Federal Reserve Fed hält die Zinsen seit Dezember 2008 nahe null. Dagegen liegen die Leitzinsen in Australien bei 3,5 Prozent, in Neuseeland bei 2,5 Prozent und in Schweden bei 1,5 Prozent. Zugleich gibt es Anzeichen für eine anziehende Konjunktur in den USA, was die Spekulation auf eine dritte Runde der geldpolitischen Lockerung durch die Fed in den USA (“QE3”) verringert und Investoren ermutigt, sich wieder riskanteren Anlagen zuzuwenden.

Die volkswirtschaftliche Leistung der Eurozone wird dieses Jahr nach Einschätzung von Ökonomen schrumpfen. Dagegen wird in Ländern wie den USA, Neuseeland und Norwegen die Wirtschaft wachsen. Für Japan wird ein Wachstum von 2,5 Prozent erwartet, für Australien von 3,6 Prozent.

“Bessere Konjunkturdaten, insbesondere aus den USA, sowie die Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank etwas tun wird, haben zu einer Stimmungsaufhellung geführt und den Geldzufluss in den sicheren Hafen Dollar etwas gebremst”, sagte Ken Dickson, Direktor Währungsinvestments bei Standard Life Investments in Edinburgh in einem Telefoninterview.

Die Wetten auf einen Kursrückgang der Weltreservewährung Dollar gegenüber acht wichtigen anderen Währungen stiegen zum 21. August auf netto 131.512 Kontrakte, wie Daten der Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission zeigen. Dem standen am 5. Juni noch netto 311.000 Kontrakte gegenüber, die auf einen Dollar-Anstieg wetteten. Dies ist die grösste jemals verzeichnete Umkehr.

Doch signalisiert dies nicht so sehr eine weniger optimistische Haltung zu den USA, sondern vielmehr die Erwartung, dass die Federal Reserve zur Unterstützung der Konjunktur eine dritte Runde der quantitativen geldpolitische Lockerung (“QE3”) einläuten wird.

Als die Fed in den bisherigen beiden QE-Runden von Dezember 2008 bis Juni 2011 Geld druckte, um US-Staatsanleihen und Hypothekenanleihen im Gesamtvolumen von 2,3 Billionen Dollar zu kaufen, war der Dollar Index um bis zu 19 Prozent abgebröckelt.

Die Wetten auf einen Kursrückgang des Dollar signalisieren auch, dass der Rest der Welt vom Markt als sicherer eingeschätzt wird. So sind die Kosten für Kreditausfallswaps für die Anleihen von rund 50 Staaten am 24. August auf 160 Basispunkte gesunken, nach 250 Basispunkten im November. Swaps zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall spanischer Bonds sanken diesen Monat auf 445 Basispunkte, nachdem sie am 25. Juli einen Rekord von 647 Basispunkten erreicht hatten. Ausfallswaps für Italien verringerten sich von 580 Basispunkten am 1. Juni auf 394 Basispunkte.

Ausfallabsicherungen für China fielen auf ein Fünfmonatstief, solche für die US-Staatsanleihen verbilligten sich auf Werte, die es seit Mai nicht mehr gab. Ausfallswaps für deutsche Bundesanleihen erreichten ein 13-Monatstief. Die Stimmung im Hinblick auf den Euro verbesserte sich, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi am 26. Juli versicherte, er werde alles Erforderliche tun, um den Euro zu halten. Seitdem hat die schwedische Krone vier Prozent gegenüber dem Dollar zugelegt, die norwegische Krone stieg um 3,2 Prozent und der Schweizer Franken gewann 1,9 Prozent zur US-Devise.

“Die Probleme in Europa waren Anfang des Jahres eine Unterstützung für den Dollar”, sagt Brian Kim, Währungsstratege bei der Royal Bank of Scotland Group Plc, in Stamford, Connecticut, in einem Telefoninterview. “Sichere Häfen waren gesucht. Es könnte eine weitere kurzfristige Dollarschwäche geben, falls es Draghi und den Regierungsvertretern gelingt, zusammenzuarbeiten”, fügte er an.

(Bloomberg)


 
 

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Stefan
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