Die weltweite Lebensmittelknappheit hat die Spekulation mit Agrarrohstoffen in Verruf gebracht. Auch wenn die Finanzlobby die Schädlichkeit von Agrarwetten konsequent bestreitet, haben sich einige deutsche Banken und Fondsanbieter mittlerweile aus dem Geschäft zurückgezogen. In Österreich distanzierten sich Banken nach Kritik von spekulativen Produkten im Agrarrohstoffbereich. Öffentlicher Druck dürfte in beiden Ländern eine wichtige Rolle gespielt haben. Die grössten Anbieter Deutschlands sind jedoch weiter dabei.
Zuletzt hatte eine Fonds-Tochter der Landesbank Berlin (LBB) bekanntgegeben, das Geschäft mit Agrarrohstoffen einzustellen. Zuvor hatten bereits die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Fondsgesellschaft der Sparkassengruppe, Dekabank, ihren Rückzug bekanntgegeben. In Österreich waren es die teilstaatliche ÖVAG und die Raiffeisen Centrobank (RCB) gewesen. Bank Austria, Erste, BAWAG und die Kärntner Hypo haben hingegen laut Eigenangaben keine derartigen Produkte im Portfolio.
Im Nachbarland wächst der Druck auf die grössten Akteure Allianz Global Investors und Deutsche Bank. Letztere war wegen einer Auseinandersetzung mit der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch besonders ins Visier der Kritiker geraten. Das grösste deutsche Bankhaus will in diesem Jahr zumindest keine neuen börsengehandelten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln auflegen. Eine Arbeitsgruppe soll bis Jahresende zudem Ursachen und Auswirkungen steigender Preise für Agrarrohstoffe analysieren.
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode reicht das bei weitem nicht: "Während die Deutsche Bank seit Monaten angeblich den Ausstieg prüft, droht Menschen der Hunger - auch aufgrund der Geschäfte der Deutschen Bank." Wenn sich eine Bank nicht sicher sei, welchen Schaden ihre Rohstoffanlagen anrichten, gebe es nur einen verantwortlichen Schritt: Diese Anlagen aus Vorsorgegründen nicht mehr anzubieten.
(APA/dpa)






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