Silber ist in den letzten Tagen Gold weit vorausgeeilt und inzwischen wurde die 30 Dollar Marke wieder geknackt. Aber auch bei Gold sind die Edelmetall-Experten seit einigen Wochen extrem zuversichtlich, während Mainstream-Bankanalysten über allerlei Gründe nachdenken, warum Gold nicht steigen kann.
Nach John Paulson und Georg Soros hat auch der Pimco Rohstofffonds seinen Goldanteil erhöht und dessen Manager begründet dies mit einer wegen der unkonventionellen Währungspolitiken und der wachsenden Staatsschulden erwarteten höheren Inflation.
Bis jetzt war Gold trotz des für Gold positiven Umfelds unbeweglich in einer engen Trading-Range gefangen, was durch die Goldpreisdrückung der üblichen Verdächtigen erklärbar ist (so gab es etwa, wie Dimitri Speck berichtete, Angriffe auf den Goldpreis per Hochfrequenzhandel).
Schwach war zudem in den letzten beiden Quartalen die Goldnachfrage aus Indien, einerseits wegen neuer Steuern zur Eindämmung der Goldimporte, andererseits wegen der massiv an Wert verlierenden Rupie, die Gold für die Inder noch teurer als für Amerikaner oder Europäer macht. Ostasien und Indien zeichnen inzwischen für fast 60% der weltweiten Goldnachfrage. Andererseits kauften allerdings die Zentralbanken im 2. Quartal mit 157 Tonnen doppelt so viel wie im Vorquartal und die Zentralbanken der Schwellenländer dürften weiter auf der Käuferseite bleiben.
China hält wenig von Papiergeldreserven
Vor allem in China hat es die politische Führung kapiert, dass das Horten von Devisen nicht besser ist, als eine Burg auf Sand zu bauen. Dann diese lassen sich von den Notenbanken der Schuldnerländer nach Belieben durch Gelddrucken verwässern und entwerten. Somit ist es wenig verwunderlich, dass über Hongkong weiterhin große Mengen an Gold importiert werden. Die Goldimporte Chinas über Hongkong erreichen in Summe von Januar bis Juli 408 Tonnen.
Kürzlich empfahlen in der Regierungszeitung „Renmin Ribao“ chinesische Ökonomen, den Goldanteil an den staatlichen Reserven auf das Sechsfache zu erhöhen. Dann wären die chinesischen Goldvorräte mit 6000 Tonnen die zweitgrößten weltweit nach den amerikanischen (über 8000 Tonnen und doppelt so hoch wie die deutschen, Anm.), schreibt die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti (zum lesenswerten Artikel: http://de.rian.ru/ ). Die gewaltigen Devisenreserven von rund 3 Billionen USD sollen langsam in Gold getauscht werden. China boykottiert schon länger den Dollar und lässt sich seine Kredite in Rohstoffen tilgen.
Auch charttechnisch wurden nun Widerstände überwunden und selbst die Goldminenaktien konnten zuletzt nach langer Durchhängephase wieder gewinnen.
(cr)






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