Die Europäische Zentralbank (EZB) hat “ironischerweise” womöglich Bedingungen geschaffen, durch die Griechenland aus der Eurozone herausgedrängt werden könnte - und zwar mit ihrem Versprechen, alles Notwendige zum Erhalt des Euro zu tun. Das erklärte Christian Schulz, ein Volkswirt bei Berenberg Bank, in einer Notiz an Kunden.
EZB-Chef Mario Draghi hatte Ende Juli erklärt, die EZB sei bereit, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das Überleben der Gemeinschaftswährung zu sichern. “Die EZB ist bereit, innerhalb ihres Mandats alles zu unternehmen, um den Euro zu erhalten”, sagte Mario Draghi damals. “Und glauben Sie mir: es wird ausreichen.”
Auch wenn es Griechenland vielleicht bis September schaffe und danach mit dem Anpassungsprogramm bis 2014 weitermachen werde, so seien das Risiko eines Ausfalls und eines Austritts aus der Eurozone weiter hoch. Schuld daran ist laut Schulz die Schwäche der Regierung in Athen.
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras wird am Freitag nach Berlin reisen. Zumindest Deutschland und Griechenland steuern möglicherweise einem Kompromiss entgegen, schrieb Schulz. Griechenland könne beispielsweise die laufenden Reformbemühungen verstärken, und Deutschland könnte den Zeitplan für das Bailout-Programm etwas lockern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch jedoch Hoffnungen gedämpft, es werde am Freitag schon eine Entscheidung zu den Aufschub-Bitten der Griechen geben. Erst müsse der Bericht der so genannten “Troika” aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu den Fortschritten bei den Sparbemühungen Griechenlands abgewartet werden, sagte Merkel.
(Bloomberg)






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