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© Skandia Investment Group

Britische und US-Staatsanleihen - Eine riskante Beziehung   Facebook be



23.08.2012
 

Kommentar von Anthony Gillham, Portfoliomanager der Skandia Investment Group

Die letzten Jahre waren keineswegs ruhige Sommer im Londoner Bankenbezirk und alle dachten, dass auch 2012 diesem Trend folgen würde. Doch trotz aller Turbulenzen in der Eurozone, fühlt sich die City of London bisher vergleichsweise beschaulich an. Die Märkte haben in ein relativ stabiles Fahrwasser gefunden.

Nur die Anleihenmärkte waren über den letzten Monat hinweg keineswegs in Urlaubslaune. Die Risikoaufschläge von Staats- und Unternehmensanleihen besserer Qualität sowie auch von Hochzinsbonds sind signifikant gestiegen. Was vor allem auffiel, ist die Entwicklung bei den so genannten sicheren Häfen unter den Staatsanleihen.

So haben sich während der letzten Wochen die Aufschläge bei US-Staatspapieren mit zehnjähriger Laufzeit um 0,5% ausgeweitet. Sie stiegen damit sogar um 0,1% höher als vergleichbare britische Anleihen. Was nicht dramatisch klingt, ist doch signifikant. Denn nun erscheint, das normalerweise nur als relativ sicher beurteilte Großbritannien plötzlich solider, als die traditionell ultrasicheren Bonds der USA.

Beide Phänomene sind bedeutsam. Denn Renditen von Staatsanleihen steigen oft, wenn sich die Wirtschaftsdaten des Emittenten verbessern – wie der Fall USA aktuell belegt. Dass britische Anleihen nun am Markt besser laufen als amerikanische, stützt unsere derzeitige Wahrnehmung über den wirtschaftlichen Zustand der beiden Länder.

Noch interessanter ist jedoch, was uns die Renditenentwicklung über die Risikobereitschaft von Investoren in der Vergangenheit aussagt. Für lange Zeit konnte man nämlich das Renditeverhältnis zwischen den Anleihen beider Staaten als Näherungswert für die Risikoeinschätzung des Marktes ganz allgemein begreifen.

Die Erklärung dafür ist, dass der US-Anleihenmarkt stärker vom Handelsfluss der Anleger getrieben wird. Investoren trennen sich in den USA zügig von negativen Realrenditen bei Staatsanleihen und investieren dafür lieber in riskantere Anlagen, wie etwa die kurzfristigen Geldmärkte oder Aktien.

In den aktuellen Daten über die Industrieaktivität und Beschäftigung in Grossbritannien spiegelt sich nicht unbedingt eine tiefe Rezession. Britische Staatsanleihen könnten damit also bald wieder mit den US-Anleihen bei der Rendite mitziehen. Zwar stehen für Investoren noch eine Menge negativer Faktoren im Raum, wie etwa das „fiscal cliff“ in den USA. Doch die Wirtschaftszahlen hellen sich auf und die Eurozone erweist sich als robuster als erwartet, da die Märkte nun so etwas wie einen Plan erkennen zu glauben.
Insofern erscheint das Marktumfeld für riskantere Anlagen besser als noch vor einigen Monaten.


 
 

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