Kommentar von Rupert Watson, Head of Asset Allocation, Skandia Investment Group
Obwohl etwa der Londoner Leitindex FTSE-100 zuletzt einen guten Lauf hatte, verharren die globalen Aktienmärkte über den Sommer überwiegend in Zurückhaltung. Was die Kursniveaus ohne klare Richtung auf und ab schwanken lässt, sind die ewig neuen Wendungen in der Staatsschuldenkrise der Eurozone. Damit zeichnet sich ab, dass zuerst entschiedene politische Massnahmen umgesetzt werden müssen, bevor mit einer nachhaltigen Verschiebung des Anlegerinteresses in Richtung Aktien gerechnet werden kann.
Die meiste Zeit standen Aktien im Juli unter Druck, weil die Anleihenrenditen Spaniens sich weiterhin auf einem Niveau bewegen, das mittelfristig nicht finanzierbar ist. Die jüngsten Wirtschaftsdaten des Währungsgebiets fielen zudem überwiegend mau aus. In einigen Regionen verschlechterten sie sich sogar weiter deutlich.
Ende des Monats kündigte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi dann an, dass er gemeinsam mit den Regierungen Europas entschiedene Schritte gehen würde, um endlich Stabilität herzustellen. Doch auch Anfang August konnte die EZB nach ihren Beratungen keine konkreten Initiativen bekannt geben. Einmal mehr wurde lediglich angekündigt, dass diverse Pläne diskutiert werden.
Draghi und die anderen Euro-Spitzenpolitiker müssen ihre Diskussionen endlich in umsetzbare Vorhaben giessen, um wieder für wirtschaftliches Wachstum und mehr Vertrauen an den internationalen Aktienmärkten zu sorgen. Solange dies nicht der Fall ist, fällt es Investoren vor allem mit Blick auf die anhaltende Schwäche der Weltwirtschaft schwer, in Dividendentitel zu investieren.
Dennoch haben wir Aktien weiterhin übergewichtet. Denn wir glauben, dass ihre Rendite mittel- bis langfristig signifikant über derjenigen von Anleihen oder Cash liegen wird. Aktien aus Schwellenländer in Asien dürften dabei langfristig die besten Erträge bieten.






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