Marktkommentar von Mario Fraefel, Fondsmanager des JB Credit Opportunities Fund bei Swiss & Global Asset Management
Anleihenanleger haben es im derzeitigen Umfeld nicht einfach. Die Renditen solider Staatsanleihen sind nahe historischer Tiefstände und die Zentralbanken dürften noch für Monate an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten.
Obwohl das wirtschaftliche Wachstum in Schwellenländern im zweiten Quartal schwächer war als erwartet, glauben wir, dass diese Länder auch in der zweiten Jahreshälfte positive Wachstumsraten vorweisen können werden. Die günstigen Wachstumsaussichten für diesen Teil der Welt, die gesunden fundamentalen Kennzahlen und die attraktiven Bewertungen machen Schwellenländeranleihen in Hartwährung – EUR oder USD – zu den vielversprechendsten Anlagen im Anleihenbereich. Betrachtet man das Rendite-Risiko-Profil, sind insbesondere qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen interessant: Sie generieren positive Cashflows und weisen gesunde Bilanzen auf; die Ausfallraten sind niedriger als erwartet und die Bewertungen nach wie vor attraktiv. Zudem hängt die Performance der Anlageklasse nicht von hohen Wachstumsraten ab.
Die Risikoprämien im Kreditmarkt sind derzeit im historischen Vergleich hoch. Bei globalen Unternehmensanleihen aus dem Investment Grade Bereich liegen sie bei rund 200 Basispunkten (bps), bei Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern bei rund 350bps und bei globalen hochverzinslichen Anleihen bei 680bps. Wir gehen davon aus, dass sich die Risikoprämien verringern, da Anleger auf der Suche sind nach Alternativen für unattraktive Geldmarktanlagen und Staatsanleihen.
Wir sind bereits seit zwei Jahren sehr vorsichtig, was Anlagen in strukturell schwache europäische Länder angeht, insbesondere bei Sektoren oder Schuldnern mit enger Verbindung zu europäischen Peripherieländern (zum Beispiel Banken und Versorger). An dieser Positionierung hat sich nichts geändert, da der Anpassungsprozess noch Jahre in Anspruch nehmen wird. In unserer Asset Allocation haben wir die Engagements in risikoreicheren Anlageklassen (Hochverzinsliche, Schwellenländer) vor den Wahlen in Griechenland reduziert, beginnen nun aber wieder damit, Positionen in diesen Bereichen aufzubauen, da auch die Volatilität auf den Finanzmärkten wieder etwas abgenommen hat.






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