Der Chefstratege der britischen Finanzaufsicht FSA will bei der Bankenregulierung über den EU-Standard hinausgehen. "Wir wollen strenger sein können", sagte Paul Sharma dem "Handelsblatt". Der britische Finanzsektor sei im Vergleich zur Realwirtschaft besonders gross. "Deswegen brauchen wir strengere Regeln", erklärte er. Vor Beginn der Bankenkrise sei das umgekehrt gesehen worden.
Bei Banken und Versicherungen wolle Grossbritannien Ausnahmen von der grösstmöglichen Harmonisierung erreichen, "damit wir von unseren Banken und Versicherungen mehr verlangen können, als es der EU-Standard tut", sagte er dem Blatt. Die sogenannte "light touch"-Regulierung sei Vergangenheit. "Die FSA mische sich viel stärker als früher in das Geschehen auf den Märkten ein", sagte Sharma. Die FSA ist wegen ihrer laxen Haltung in die Kritik geraten. 2013 wird sie umstrukturiert. Die Aufgaben sollen dann unter zwei Nachfolgebehörden und der Bank of England (BoE) aufgeteilt werden.
Zuletzt hatte die Libor-Affäre für Schlagzeilen gesorgt. Bei dem Skandal geht es um die Manipulation von Referenzzinssätzen wie dem Libor oder dem Euribor. Es gibt den Verdacht, dass eine ganze Reihe Händler internationaler Grossbanken sich jahrelang abgesprochen haben. Hochgekocht war der Skandal als erstes bei der britischen Barclays Bank. Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat eine Sonderprüfung eingeleitet; allerdings erwartet die Bonner Behörde keine schnellen Resultate.
(APA/dpa-AFX)






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