Die großen Containerreedereien haben ihren ruinösen Preiskampf beendet, leiden aber nach wie vor unter sehr hohen Treibstoffkosten. Die weltgrößte Reederei Maersk verdiente im zweiten Quartal unter dem Strich 227 Millionen Dollar, teilte der dänischen Konzern am Dienstag in Kopenhagen mit. Im Vorjahr hatte an der Stelle noch ein Verlust von 95 Millionen Dollar gestanden. Bei Hapag-Lloyd, der größten deutschen Containerreederei, reduzierte sich der Quartalsverlust auf etwas mehr als sieben Millionen Euro. Das ist nur geringfügig besser als vor einem Jahr, aber ein gewaltiger Fortschritt zum ersten Quartal. Da hatte der Verlust mehr als 130 Millionen Euro betragen. Sowohl Maersk wie auch Hapag-Lloyd transportierten mit ihren Flotten mehr Container und bekamen von ihren Kunden je Container mehr bezahlt. Bei Hapag-Lloyd stieg die Frachtrate für einen 20-Fuß-Container auf knapp 1.600 Dollar, Maersk gibt gut 3.000 Dollar für einen 40-Fuß-Container an. Das liegt jeweils ungefähr um vier Prozent über dem Vorjahr. Zwischendurch waren die Frachtraten aber noch viel tiefer gefallen, weil sich Maersk und die zweite große Reederei MSC einen erbitterten und verlustreichen Preiskampf um Marktanteile geliefert hatten. Seit Beginn des Jahres haben die Reedereien begonnen, ihre Preise heraufzusetzen.
Dazu hat auch der Druck durch die steigenden Treibstoffkosten beigetragen. Bei Hapag-Lloyd erhöhte sich der durchschnittliche Preis für den Schiffsdiesel (Bunker) für das erste Halbjahr von 561 auf 680 Dollar je Tonne; Maersk gibt eine Kostensteigerung von zehn Prozent im Quartalsvergleich an. Die Dänen haben jedoch auch acht Prozent Treibstoff eingespart. Beide Linien sind zuversichtlich für die Zukunft der Containerschifffahrt und warten auf die Lieferung von weiteren großen Schiffen.
Etwas verhaltener sieht die Lage beim dritten maritimen Unternehmen aus, das am Dienstag Zahlen vorlegte, dem Hamburger Hafenkonzern HHLA. Auch er konnte mit drei Prozent Umschlagwachstum in den ersten sechs Monaten ein durchaus respektables Ergebnis vorweisen. Die großen Häfen in Nordeuropa (Zeebrügge, Rotterdam, Antwerpen und Bremerhaven) verloren nach Schätzungen im gleichen Zeitraum ein Prozent ihres Containerumschlags, so dass die HHLA im Wettbewerb relativ stärker wurde. Ob das auch für den Hamburger Hafen insgesamt gilt, wird sich am Mittwoch herausstellen, wenn der Hafen seine Halbjahres-Zahlen vorlegt.
Das Wachstum bei der HHLA schwächt sich jedoch im Jahresverlauf ab; am Ende soll die Umschlagleistung wie im Vorjahr bleiben. Die HHLA leide unter der verzögerten Elbvertiefung; immer größere Schiffe müssen in einem kurzen Zeitfenster zwischen zwei Fluten beladen und gelöscht werden. Das belastet Mensch und Material. Zudem sind die Risiken für die Konjunktur im Euro-Raum schwer einzuschätzen. Für das gesamte Jahr rechnet die HHLA mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro und einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 170 und 190 Millionen Euro. Ehrgeizigere Ziele vom Jahresbeginn musste der größte Hamburger Hafenkonzern bereits nach unten korrigieren.
(dpa-AFX)






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