Ende September, spätestens mit Oktober dürfte es so weit sein. Dann sollte die FMA die neuen Richtlinien der ESMA - der EU-Finanzaufsicht - in Bezug auf ETFs, in ihre bisherigen integriert haben. iShares und Co haben danach wahrscheinlich ein Jahr Zeit, um die Richtlinien selbst umzusetzen.
Doch wem bringen die neuen Vorschriften überhaupt etwas? Die ETF-Branche selbst wird wohl vor keine allzu grossen Herausforderungen gestellt - hier hat die Lobbyingarbeit, so scheint’s, gut funktioniert. Zudem sind alle Regeln als Vorschläge formuliert, so dass Abweichungen möglich bleiben.
Was gibt es nun „Neues“? Ob ein Fonds seinen Basisindex über Swap-Derivate abbildet (‘synthetisch’), oder indem er die entsprechenden Wertpapiere im Portfolio auf wirklich real hält, muss nach dem Willen der ESMA zufolge auch weiterhin nicht am Namen des ETF erkennbar sein.
So weit, so ungut. Jetzt wird’s für den Anleger interessanter: ESMA sieht vor, dass Erträge aus Zusatzgeschäften des Index-Fonds - etwa die Wertpapierleihe - den Anteilseignern zuzurechnen sind. Natürlich mit Hintertürchen: Zwar müssen alle vereinnahmten Gebühren an den Investor weitergegeben werden, abzüglich der Kosten. Was aber alles als Kosten deklariert werden darf, bleibt unbeantwortet. Unterm Strich könnte die „offizielle“ Vergebührung für Anleger mit der Richtlinie somit teurer werden - einziger Vorteil ist, die Gebühren müssen expliziter als bisher im Prospekt ausgewiesen werden - doch wieviele Anleger lesen dieses Dokument wirklich? Eine Obergrenze, wie vielfach gefordert, wurde von der ESMA auch nicht eingezogen - theoretisch kann der gesamte ETF-Bestand ‘verliehen’ werden.
Und wer liest den entsprechenden Jahresbericht? In diesem steht aber künftig, mit wem der ETF-Anbieter überhaupt seine Wertpapierleihe- und Swap-Geschäfte eingeht - immerhin besteht hier für den Anleger das grösste Kontrahentenrisiko. ESMA zufolge genügt es jedenfalls, wenn die Anbieter dies im Nachhinein in den Jahresberichten veröffentlichen.
Eine weitere Richtlinie ist aus Sachen der Transparenz jedenfalls zu begrüssen: ETFs dürfen nur noch Indizes abbilden, welche ihre Methodologien so detailliert veröffentlichen, dass Anleger die Indizes nachbauen können. Zudem sollen die aktuellen Bestandteile der Kursbarometer jederzeit allgemein verfügbar sein. Heisst dann wiederum, dass jene Anbieter ‘Probleme bekommen’, die sich etwa auf Indizes beziehen, die je nach Marktlage flexibel in verschiedene Anlageklassen wie Aktien und Anleihen investieren können. Das ist künftig nicht mehr möglich - und freut wohl die ‘aktive’ Fondsbranche.
Apropos Index und Anbieter. ESMA ist es auch kein Dorn im Auge, bzw. sieht die möglichen Interessenskonflikte nicht als entsprechend gross an, wenn Indexanbieter und ETF-Gesellschaft zum selben Konzern gehören - ein Meilenstein sind die neuen Vorschriften nicht ...






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