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"Kugelsichere und annehmbare Renditen"   Facebook be



14.08.2012
 

Vermögensverwalter Frank Erik Meijer von Aegon Asset Management Holding BV wollte forderungsunterlegte Anleihen im Volumen von einer Mrd. Euro kaufen. Nach zwei Wochen haben seine Broker erst zwei Prozent der mit Autokrediten besicherten Papiere auftreiben können. “Es gibt einfach keine Verkäufer”, sagt Meijer, der seit sieben Jahren im Verbriefungsmarkt investiert.

In den fünf Jahren seit Beginn der Finanzkrise ist die Emission von Anleihen, die mit Forderungen aus Hypotheken, Autokrediten und Kreditkartenforderungen unterlegt sind, um rund 80 Prozent zurückgegangen. Das sind keine guten Nachrichten für Politiker, die auf Verbraucherausgaben setzen, um Europa vor einer Rezession zu retten. Und es ist ein Problem für Investoren wie Meijer, die diese erstklassig benoteten Anleihen als eine sichere und höher rentierliche Alternative zu den deutschen Bundesanleihen und anderen “sicheren Häfen” ansehen.

Die Emission von Asset-backed Bonds (ABS) kam dieses Jahr bis zum 6. August auf 41,9 Mrd. Euro, nach 50,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Dem steht ein Rekordvolumen von 509 Mrd. Euro im Jahre 2006 gegenüber, wie Daten von JPMorgan Chase & Co. zeigen. Das knappe Angebot führt dazu, dass Investoren bei einigen Papieren die niedrigsten Renditen seit fünf Jahren akzeptieren müssen.

Nach Angaben des Verbands Association for Financial Markets in Europe haben die Banken 55 Prozent der umlaufenden ABS- Papiere im Volumen von 1,9 Billionen Euro emittiert und gehalten, um ihre Reserven an Sicherheiten für Kreditprogramme der Europäischen Zentralbank - darunter die unbegrenzten dreijährigen Kredite (LTRO) - zu stärken.

“Ein ordentlicher, liquider Verbriefungsmarkt ist ein Schlüssel für die Erholung der Wirtschaft”, sagt Alexander Fagenzer, ein Fondsmanager bei der Union Investment GmbH in Frankfurt. Dann könnten die Banken wieder mit der Vergabe von langfristigen Krediten beginnen, was mit Zentralbankliquidität - die üblicherweise kurzfristig ist - schwierig sei.

Käufer von erstklassig bewerteten, vorrangigen zweijährigen ABS-Anleihen, die mit französischen und deutschen Autokrediten unterlegt sind, erhalten eine Renditeprämie von 43 Basispunkten gegenüber der Euro-Interbank-Offered-Rate (Euribor). Das ist der geringste Aufschlag seit November 2007, zeigen Daten von JPMorgan. Vorrangige fünfjährige Anleihen, die mit erstklassigen britischen Hypotheken besichert sind - die populärste Verbriefung in Europa - weisen mit 110 Basispunkte die niedrigste Renditeprämie seit über zwei Jahren auf.

Doch das ist immer noch höher als die Verzinsung, die Europas sicherste Staatsanleihen bieten. So liegt die Rendite zweijähriger deutscher Bundespapiere mittlerweile im negativen Bereich. Mit 0,097 Prozent sank sie am 2. August auf ein Rekordtief und lag am vergangenen Freitag mit 0,082 Prozent 43 Basispunkte niedriger als der Euribor. Die zweijährigen niederländischen Renditen haben ebenfalls den negativen Bereich erreicht, französische zweijährige Staatspapiere rentieren mit 0,15 Prozent.

“Es besteht grosse Nachfrage nach europäischen Verbriefungen, weil sie kugelsicher sind und annehmbare Renditen bieten - zu einer Zeit, da Investoren Gebühren an Deutschland zahlen müssen, um ihr Geld zu parken”, beschreibt Henry Cooke, Leiter ABS Europa bei Threadneedle Asset Management Ltd. in London.

Da sich die Geschäftsbanken bei den Zentralbanken zu äusserst niedrigen Kosten finanzieren können, ist der Anreiz, ABS-Papiere zu emittieren, insgesamt gesunken. Vor der Finanzkrise waren diese Anleihen hingegen eine günstige Finanzierungsquelle.

“Als Folge ist der Anreiz für weitere ABS-Emissionen begrenzt, was zu einem Mangel an Angebot führt. Die Investoren reissen sich zugleich um die verfügbaren Papiere”, sagt Dipesh Mehta, Vice President und Analyst bei der Barclays Plc in London.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit europäischer ABS- Papiere ist, dass es bei ihnen nie Wertverluste in dem Ausmass gab wie am Markt für die bonitätsschwachen US-Subprime- Hypotheken. Dessen Zusammenbruch hatte vor fünf Jahren die schlimmste Finanzkrise seit den 1930er Jahren mit ausgelöst. Die Ausfallrate bei europäischen ABS-Anleihen liegt bei 1,02 Prozent im Vergleich zu 13,8 Prozent bei US-Verbriefungen. Das geht aus Daten von Standard & Poor’s vom 29. Juni hervor.

Doch auch der Subprime-Markt in den USA beginnt wieder zu wachsen. Diesmal werden die Anleihen mit Autokrediten bonitätsschwacher Käufer unterlegt. Nach Angaben von Barclays ist die Emissionsaktivität so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Die europäischen Investoren signalisieren jedoch, dass sie keine Qualitätsverschlechterung bei den Verbriefungen wünschen. Was sie wollen, ist ein grösseres Angebot an erstklassig benoteten Papieren.

“Eine Revitalisierung dieses Marktes ist der Schlüssel, damit die Banken neue Finanzierungen zur Verfügung stellen”, sagt Ralf Räbel, Analyst bei der DZ Bank AG in Frankfurt und weist darauf hin, dass die Investoren qualitativ hochwertige Anleihen favorisieren. “Der Rückgang der Renditeaufschläge von ABS-Papieren in den Kernländern ist auf die von der Flucht in die Sicherheit bestimmte Stimmung der Investoren zurückzuführen und weniger ein Zeichen für einen richtig funktionierenden Markt”.

(Bloomberg)


 
 

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