Interview mit Dr. Ulrich Freiesleben, einem anerkannten Diamanten-Experten und Anbieter von Diamanten für Investmentzwecke
BE: Herr Freiesleben, vermehrt liest man derzeit über Diamanten als Anlageobjekte. Warum sollte ein Anleger anstatt auf die leichter handhabbaren vier Edelmetalle auf Diamanten setzen?
Freiesleben: Nach unserer Erfahrung geht es bei der Anlage in Diamanten nicht um eine Alternative zu Edelmetallen, sondern um eine Diversifizierung und weitere Assetklasse im Sachwerte-Portfolio. Wenn ich von Diamanten zur Vermögenssicherung spreche, meine ich geschliffene Diamanten. Die Hinzufügung von Rohdiamanten zu Sachwert-Portfolios von Diamanten macht erst ab einer Investitionssumme von 1 Mio. aufwärts Sinn.
BE: Was bieten Diamanten für Vorteile?
Der Markt für Diamanten folgt noch den klassischen Gesetzen von physischem Angebot und physischer Nachfrage. Spekulationen sind nicht über Derivate, sondern nur durch tatsächlichen Kauf und anschließender Hortung möglich, was die Volatilität dieser Anlageklasse deutlich verringert. Diamanten bieten die Möglichkeit, auf kleinstem Raum große Werte zu konzentrieren. Für den Wert eines Fünfkaräters (= 1 Gramm) in bester Qualität müssen mehr als 16 Kilo Gold aufbewahrt werden. So ist problemlose Mobilität ein weiterer Vorteil bei Diamanten.
BE: Warum kaufen Anleger Ihrer Erfahrung nach Diamanten?
Grundsätzlich ist aus unserer Erfahrung anzumerken, dass Investoren, die sich für eine Anlage in Diamanten entscheiden, diese auch physisch selber besitzen wollen, sich also bewusst nicht auf papierne Zusagen verlassen wollen. Auch ist der Anlagehorizont bei physischen Diamanten immer mittel- bis langfristig. Die Motivation eines Investors in Diamanten unterscheidet sich also grundlegend von der kurzfristiger Spekulanten.
BE: Die Performance in Relation zu den Edelmetallen erscheint nicht überzeugend zu sein.
Der Rapaport Diamond Index für geschliffene Diamanten hat seit 1982 knapp 100% zugelegt. Interessant ist aber auch, dass der Index in der Krise von 2008/09 nur um rund 2% und Fünfkaräter um rund 5% gefallen sind. Dagegen brach selbst Gold weit stärker ein. Von 1985 bis 2004 gab es kaum Preisänderungen, aber im Zeitraum 2006 bis 2010 legten 5-Karäter um 17%, 3-Karäter um 10% und 1-Karäter um 5% pro Jahr zu (Rapaport Diamond Price Statistics 2010). Auch finden Sie einen interessanten Chart „Return on $ 1,000 invested on 1/1/2001“ hier: http://www.diamondax.com/
BE: Seit Anfang dieses Jahres sanken in Antwerpen die Rohdiamantenpreise in einzelnen Qualitäten um bis zu 20%,. Sind so starke Änderungen häufig und sind die Preise für geschliffene Diamanten generell stabiler als die der rohen?
Die Preisrückgänge bei Roh- und geschliffenen Diamanten vom Jahresanfang bis zum Juli dieses Jahres sind eine längst fällige Korrekturen der sehr überhitzten Entwicklungen im vergangenen Jahr. Damals sind die Preise für geschliffene Diamanten innerhalb weniger Monaten geradezu explodiert. Grund dafür war die hohe Nachfrage aus China und Indien, die sich jetzt aufgrund der globalen Unwägbarkeiten abgeschwächt hat. Aber auch die Diamantproduzenten selber waren die Treiber mit einer überzogenen Preispolitik. Damals lagen die Quotierungen für Rohdiamanten deutlich über denen, die für entsprechend geschliffene Steine gezahlt werden mussten.
BE: Edelmetalle sind aufgrund des Futureshandel sehr fungibel und haben einen geringen An/Verkaufs-Spread. Wie sieht dies bei (Roh-)Diamanten aus? Mit welcher Marge muss der Anleger rechnen?
Der Handel mit physischen Diamanten erfordert einen wesentlich höheren Aufwand als ein Computerhandel. Von der Beschaffung auf den internationalen Spotmärkten über Werttransporte bis hin zur Qualitätskontrolle im Vier-Augen-Prinzip bedarf es einer nachhaltigen Bearbeitung. Die Handelsspannen liegen bei uns in Abhängigkeit vom Umfang des Portfolios zwischen vier und zehn Prozent, für einzelne Steinbestellungen mit niedrigem Auftragswert auch darüber.
BE: Kann definitiv ausgeschlossen werden, dass Industriediamanten in Zukunft nicht ununterscheidbar von Naturdiamanten werden?
Es ist zugegebenermaßen schwieriger geworden, natürlich entstandene Diamanten von solchen in Labors hergestellten zu unterscheiden. Es wird aber auch in Zukunft untersuchungstechnisch immer möglich sein, Labor-Diamanten nachzuweisen. Daher kommt auch in dieser Hinsicht dem jeweiligen Diamant-Zertifikat eine entscheidende Bedeutung zu. Wir empfehlen ausschließlich Diamant-Zertifikate des renommierten „Gemological Institute of America (GIA)“, die weltweit die beste Reputation besitzen.
BE: Was kostet die Herstellung bzw. der Kauf eines Industriediamanten im Vergleich zu einem Naturdiamanten gleicher Größe?
Der Preis von synthetisch hergestellten Diamanten liegt bei gleicher Größe, Reinheit und Farbe bei ca. 35%. Für Synthetische Diamanten wird es nach unserer Einschätzung in Zukunft einen abgegrenzten Zweitmarkt geben.
BE: Dass die Nachfrage nach Diamanten steigen wird, dürfte wegen der Entwicklung der
Schwellenländer zu mehr Wohlstand offensichtlich sein?
Die historischen Zahlen und Prognosen sind durchaus interessant: Von 1999 bis 2002 stagnierte der Markt mit 1,4% jährlichem Wachstum, von 2003 bis 2007 gab es ein kräftiges Wachstum von 7,7% jährlich. In den Krisenjahren 2008 und 2009 schrumpfte der Markt um 3,4% p.a. Von 2010 bis 2014 wird ein Wachstum von 6,4% pro Jahr geschätzt. Während der US-Markt seit 1999 nur moderat wuchs, verzeichneten Indien und China, aber auch Japan, ein starkes Wachstum. Die Anzahl der Mittelklasse-Haushalte in Indien und China, die als potentielle Diamantenkäufer interessant sind, sollte sich von 2010 bis 2020 von 193 Millionen auf 469 erhöhen (laut Bain Analysis).
Für den Zeitraum 2010 bis 2020 wird ein jährliches weltweites Nachfragewachstum von Diamanten (gemessen in Karat-Zahl) von 6,4% geschätzt (Basisschätzung). Beim Angebot wird dagegen nur eine Zunahme von 2,8% erwartet (Quelle: Bain Analysis).
BE: Wie sieht die Angebotsseite generell aus? Wird es wie bei Gold immer schwieriger, Diamanten zu finden?
Der Minen-Produktionswert der Diamanten lag im Jahr 2010 bei 12 Mrd. Dollar. Dazu im Vergleich: Platin und Palladium 14 Mrd. und Gold 112 Mrd. Der Return on Capital Employed (ROCE) lag im Schnitt von 1998 bis 2008 für die Diamantenminen bei 19% (Platin/Palladium 42%, Gold 6%).
Die Aussichten, weitere quantitativ wie qualitativ interessante Vorkommen zu erschließen, sind sehr begrenzt. Eine nennenswerte Erschließung weiterer ertragreicher Minen ist derzeit nicht in Sicht. Hinzu kommt, dass die Kosten der Exploration und Produktion - ähnlich wie bei anderen Rohstoffen, wie z.B. auch bei den Edelmetallen – seit 10 Jahren stark gestiegen sind.
BE: Gerade bei Diamanten scheint die Gefahr sehr groß zu sein, einem Betrug aufzusitzen oder einen überhöhten Kaufpreis zu zahlen. Wie kann sich der Anleger davor schützen bzw. zu welcher Vorgangsweise raten Sie?
Grundsätzlich ist bei dem Erwerb von Diamanten zu beachten, dass ein möglicher Lieferant über eine profunde und langfristige Erfahrung im Handel mit Diamanten verfügt. Vor Anlageberatern, die jetzt schnell auf den Investment-Zug mit Diamanten aufspringen, aber keine Expertise in Diamanten haben, ist unbedingt zu warnen. Ebenso sollte ein Lieferant einen direkten Zugang zu den internationalen Spotmärkten haben. Um die für ein Investment in Diamanten notwendigen guten Einstandspreise zu erzielen, ist es außerdem wichtig, dass die Diamanten nicht bereits im Schmuckkreislauf angekommen sind, wo höhere Handelsspannen aufgeschlagen werden müssen.
BE: Haben Diamanten den Krisenhärtetest bereits bestanden? D.h. behalten Diamanten in einer schweren Krise wirklich ihren Wert auch nur annähernd so gut wie Gold?
Diamanten haben sich fast über Jahrhunderte als Krisen- und „Fluchtwährung“ bewährt und immer ihren Wert behalten. Sie gelten als „die härteste Währung der Welt“. Auf den geringen Preiseinbruch in den Krisenjahren 2008/09 habe ich schon oben hingewiesen!
BE: Ihr Unternehmen DIAMONDAX besteht nun erst seit 2 Jahren. Mit welchen Argumenten würden Sie einen Anleger überzeugen, die Diamanten bei Ihnen zu kaufen?
Das trifft auf DIAMONDAX, unser Online-Angebot für Investment-Diamanten, zu. Allerdings bin ich seit über 30 Jahren als Diamantgroßhändler tätig, seit 1989 mit einer eigenen Firma in Antwerpen vertreten und einer von zwei deutschen Mitgliedern der weltgrößten Rohdiamanten-Börse. Ebenso betreibe ich seit 1995 eine eigene Diamantmanufaktur: http://www.diamondax.com/ und http://www.diamondax.com/
BE: Herr Freiesleben, danke für das Interview
Das Interview führte Christoph Rohrmoser
Zur Person:
Auf der Basis eines Studiums der Betriebswirtschaftslehre gründete Dr. Ulrich Freiesleben bereits als Student im Jahre 1975 ein eigenes Unternehmen. Seit mehr als 30 Jahren ist er im Diamantenbereich unternehmerisch tätig. Als damals einziger deutscher Diamantgroßhändler eröffnete er 1989 eine eigene Firma an der weltgrößten Diamantbörse in Antwerpen. Anfang der neunziger Jahre entwickelte Ulrich Freiesleben neue, international patentierte Diamantschliffe, die seitdem in der eigenen Diamantmanufaktur in Deutschland produziert und an Kunden in zwanzig Ländern verkauft werden. Als erfahrener Fachmann für Diamanten sind seinem Schaffen zahlreiche Presseartikel und TV-Reportagen gewidmet und er wird regelmäßig als Experte in der Wirtschaftspresse zitiert. Ulrich Freiesleben bekleidet zahlreiche Ehrenämter in gemeinnützigen Institutionen und ist als Honorar-Dozent für Betriebswirtschaftslehre tätig.
Zum Unternehmen:
DIAMONDAX ( http://www.diamondax.com ) ist ein im Jahr 2011 von Dr. Ulrich Freiesleben und Paul J. Kohtes gegründetes Unternehmen mit Sitz im World Diamond Center in Antwerpen/Belgien. Die Rechtsform des Unternehmens ist eine BVBA, was einer deutschen GmbH entspricht.
Der ausschließliche Unternehmenszweck der DIAMONDAX BVBA ist der direkte An- und Verkauf von zur nachhaltigen Vermögenssicherung geeigneten Diamanten an private und institutionelle Anleger. Dazu ist eine Online-Plattform entstanden, auf der nur hochklassige, lupenreine Brillanten ausschließlich mit einer Expertise des renommiertesten Prüflabors, dem Gemological Institute of America (GIA) angeboten werden. Darüber hinaus steht Dr. Ulrich Freiesleben für persönliche Beratungen zum Aufbau eines individuellen Diamant-Depots zur Verfügung.






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