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Studie

© Bloomberg

Ein Haircut kommt selten allein   Facebook be



08.08.2012
 

Angeschlagene Staaten, die ihren Gläubigern einen Haircut bescheren, durchlaufen oft noch eine zweite Restrukturierung. Davor hat Moody’s Investors Service in einer neuen Studie gewarnt. Das Papier dürfte zeigen, welche Herausforderungen auf Griechenland zukommen.
Bei 30 Umschuldungen angeschlagener Länder seit 1997 gab es bei mehr als einem Drittel noch einen weiteren Ausfall in der Folgezeit, heisst es in der Studie. Den Angaben zufolge bewegten sich die Verluste für Investoren zwischen 5 und 95 Prozent, bei einem Schnitt von 47 Prozent.

“Wenn die ursprünglichen Anleiheumtausche eher klein waren im Verhältnis zu den Gesamtschulden, dann gab es noch andere Umschuldungen mit privaten und öffentlichen Gläubigern - und zwar selbst dann, wenn die Haircuts im ursprünglichen Umtausch gross ausfielen,” erklärte Elena Duggar, Group Credit Officer bei Moody’s. Das sei der Grund, warum “die Ratings oft eher niedrig bleiben - also im Bereich von “Caa” bis “C” - nach einer erfolgten Umschuldung”.

Griechenland, das Land im Zentrum der Schuldenkrise von Europa, hat laut Moody’s den bislang grössten Schuldentausch in der Geschichte durchgeführt. Und das Ende ist womöglich noch nicht erreicht. Auch wenn derzeit keine Gespräche dazu laufen, so könnten etwa laut Norbert Barthle, dem Haushaltsexperten der Unionsfraktion im Bundestag, noch weitere Abschreibungen nötig werden. Moody’s bewertet den griechischen Staat derzeit mit C, der allerniedrigsten Stufe.

Der luxemburgische Premierminister und Chef der Euro- Finanzministergruppe, Jean-Claude Juncker, hatte erst Dienstag Stellung zu einem immer wieder diskutierten Austritt von Griechenland aus der Eurozone bezogen. “Es wäre aus heutiger Sicht ein beherrschbarer Vorgang. Deshalb ist das noch nicht ein wünschenswerter Vorgang. Es wäre mit erheblichen Risiken verbunden, vor allem für die einfachen Menschen in Griechenland”, sagte er dem WDR. Juncker reagierte damit auf Anmerkungen des deutschen Vizekanzlers und Wirtschaftsministers Philipp Rösler. Der hatte im ARD-Sommerinterview im Juli gesagt, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone habe “längst seinen Schrecken verloren”.

Die griechische Restrukturierung im März betraf rund 273 Mrd. Dollar an Schulden, schreibt Moody’s. Im April lagen 194 Mrd. Euro (oder 73 Prozent) der verbleibenden 266 Mrd. Euro an griechischen Verbindlichkeiten bei Europäischer Zentralbank, Euroraum-Regierungen und Internationalem Währungsfonds, zeigen Daten der griechischen Schuldenagentur.

Laut Moody’s begannen 67 Prozent der Zahlungsausfälle von Ländern seit 1997 mit Zahlungsversäumnissen. Weitere 29 Prozent gingen den Angaben zufolge mit Restrukturierungen der Schulden los - also mit dem Angebot eines neuen Schuldenpakets im Tausch gegen ein altes Schuldenpaket bei gleichzeitiger Reduzierung der Gesamtschuldensumme.

Grundsätzlich komme bei Pleite-Staaten eine Verlängerung der Laufzeiten, etwa von Anleihen, häufiger vor als etwa eine Reduzierung der Schuldensumme über Haircuts, schrieb Moody’s zudem. Griechenland hatte sich bei der Restrukturierung beide Taktiken zunutze gemacht. Kaum Unterschiede zwischen staatlichen und privatwirtschaftlichen Gläubigern gebe es bei der Quote eines zweiten Ausfalls in Folge. “Es war eine Seltenheit, dass Ausfälle schnell und in einem Durchgang gelöst werden”, warnte Duggar.

(Bloomberg)


 
 

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