Wahrscheinlich nichts. Aber in Artikeln in der Financial Times und der Basler Zeitung gehen die Autoren der Frage nach, ob an den Gerüchten, wonach die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Kurs des australischen Dollars in die Höhe treiben würde, etwas dran ist. Die Spekulationen stützen sich einerseits auf die gerade erst veröffentlichten Bilanzdaten der SNB. Dort wird ersichtlich, dass nicht nur der Euro-Anteil an den Devisenreserven im zweiten Quartal von 50 auf 60 Prozent gestiegen ist, sondern dass sich die SNB - im Zuge ihrer Mindestkursverteidigung - für 4,5 Mrd. Franken auch in “andere ausländische Währungen” eingekauft hat. Da die SNB aber nur für die Währungen Dollar, Euro, Pfund, Yen und den kanadischen Dollar genaue Kaufangaben macht, bleibt es eben bei Spekulationen. Andererseits hat der australische Dollar gerade einen Höhenflug hinter sich gebracht: In den letzten drei Monaten stieg er um 5,4% - unter den zehn Industrieländer- Währungen, die Bloomberg in seinem Index verfolgt, ist dies die zweitbeste Performance nach dem Yen.
Ob allerdings die SNB den Kurs des Aussie beeinflussen kann, bezweifeln viele. UBS-Spezialist Constantin Bolz hält es für abwegig: „Für den australischen Dollar ist vor allem die Rohstoffnachfrage im asiatischen Raum ausschlaggebend. Selbst wenn die SNB in einem Monat für ein paar Milliarden Franken gegen australische Dollars kaufen würde, fiele das kaum ins Gewicht.“ Worauf Bolz anspielt, ist der Devisenhandel der australischen Notenbank, der sich jeden Monat auf 3000 Mrd. australische Dollar beläuft.
Warum braucht der australische Dollar überhaupt die SNB, um zu steigen? Schliesslich ist Australien eines von zwölf raren Ländern, die von allen drei grossen Agenturen mit einem Triple A geratet sind. Der Aussie und australische Anleihen - ob vom Staat oder von Unternehmen emittiert - bieten sich für Anleger aus dem Euroraum als Fluchtwährung und Safe Haven- Bonds direkt an. Selbst nach einem neuerlichen Rückgang um 1,53 Prozentpunkte rentieren australische Staatsanleihen im Zehnjahresbereich mit 3,10% immer noch rund 177 Basispunkte über dem Schnitt der übrigen elf AAA-Länder.
Und die Bestnote der Ratingagenturen steht bei Australien auf festen Füssen. Für Wilhelm Schröder, Manager des Nestor Australien Fonds, gibt es auch eine Vielzahl an Gründen, die für ein Investment in dortigen Aktien sprechen: „Eine Staatsverschuldung von sieben Prozent des Bruttosozialprodukts sucht in der OECD seinesgleichen. Die Arbeitslosenrate von 5,1 Prozent bedeutet nahezu Vollbeschäftigung.“ Dazu kommt noch das erwartete Wirtschaftswachstum für 2012 - je nach Prognose - zwischen 2,5% und 3,5%, womit die Australier bereits im 22. Jahr nach der letzten Rezession leben.
Einen Wermutstropfen im Szenario gibt es allerdings. Der Wohlstand des Landes basiert vor allem auf seinem Rohstoffreichtum. Aber gerade in der Tatsache, dass China der wichtigste Abnehmer für Kohle, Kupfer oder Eisenerz ist, sehen viele Analysten nicht nur Chancen. Chinas Wirtschaft, die sich zuletzt verlangsamt hat, ist das Zünglein an der Waage. (cg)






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