Mehrere österreichische Banken erhöhen seit einigen Wochen einseitig die Kreditzinsen ihrer KundInnen. Begründet wird das mit der "nicht einschätzbaren Entwicklung der Kapitalmarktzinsen" - die AKNÖ-KonsumentenschützerInnen raten Betroffenen, dringend Einspruch zu erheben.
Der Euribor, der die Refinanzierungskosten der Banken bestimmt, sinkt. Gleichzeitig erhöhen mehrere kleinere österreichische Banken die Kreditzinsen, indem sie den Gewinnaufschlag (Marge) um bis zu einen Prozentpunkt anheben. "Das passt nicht ganz zusammen, denn mit einer rechtskonformen Zinsanpassung hat das nichts zu tun", sagt AKNÖ-Finanzexperte Ernst Hafrank. So originell das Verhalten der Banken ist, so originell ist ihre Begründung in den Briefen an die betroffenen KundInnen: "Aufgrund der volatilen und nicht einschätzbaren Entwicklung der Geld- und Kapitalmarktzinsen erhöhen wir den derzeit verrechneten Aufschlag", heisst es in Schreiben.
"Die Entwicklung auf den Finanzmärkten einzuschätzen, ist das ureigene Geschäft der Banken" kommentiert Hafrank, "das ist ihr unternehmerisches Risiko". Das könne man nicht einfach auf die KundInnen überwälzen. "Da stellt sich mir die Frage: Hat es noch nie volatile, also sich verändernde, Finanzmärkte gegeben? Die haben wir immer wieder und ganz besonders seit 2008. Und jetzt kommen regionale Banken und Sparkassen auf die Idee, dass sie das nicht mehr einschätzen können? Und das sollen auch noch die KundInnen zahlen?"
Hafrank rät Betroffenen, umgehend nach Erhalt dieser Informationsschreiben Einspruch gegen die einseitige Zinserhöhung einzulegen. "Stillschweigen heisst, die Veränderungen zu akzeptieren und ungerechtfertigt höhere Zinsen zu bezahlen."






DNB
Vontobel
weiterlesen