BElogs foonds
 
 Last 24h: 4 

Twitter

 
Infofolder:
BE
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 8:3, 19.6.2013

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

Klagen

© BE/bs
>> Bildquelle

Libor-Skandal: Der grösste Feind der Banken sind die Banken selbst   Facebook be



20.07.2012
 

Den Banken der Wall Street, die derzeit bereits mit Untersuchungen der Aufsichtsbehörden und Klagen von Anlegern wegen Zinsmanipulationen kämpfen, droht der Kampf mit einem neuen furchterregenden Feind: Die Wall-Street- Banken selbst.

Goldman Sachs Group Inc. und Morgan Stanley gehören zu jenen Geldinstituten, die ihre größten Konkurrenten mit Klagen überziehen dürften, während Aufsichtsbehörden auf drei Kontinenten prüfen, welche Banken den Londoner Interbankenzinssatz Libor manipuliert haben, erwartet Analyst Bradley Hintz von Sanford C. Bernstein & Co. Selbst wenn Goldman und Morgan Stanley auf ihre Klagen verzichteten: Von ihnen betreute Geldmarktfonds müssen sich voraussichtlich um Entschädigungen für ihre geschädigten Kunden bemühen, sagt er. Goldman Sachs verwaltete Ende des ersten Halbjahrs in Geldmarktfonds 209 Mrd. Dollar, während Morgan Stanley laut Pflichtmitteilungen an die Behörden Ende März auf rund 75 Mrd. Dollar kam.

Da der Libor aufgrund von Angaben nur einiger der weltweit größten Banken ermittelt wird, könnten die Untersuchungen zu einer Konfrontation zwischen den unbeteiligten Instituten und jenen unter Manipulationsverdacht führen, sagte Hintz. Der Libor dient als Benchmark für mindestens 360 Billionen Dollar in Wertpapieren.

“Dies wird ein Fressrausch wie bei Haien”, sagte Hintz, der zuvor als Finanzdirektor von Morgan Stanley und Finanzvorstand von Lehman Brothers Holdings Inc. gearbeitet hat. “Die Wall Street wird die Wall Street verklagen.”

Libor und vergleichbare Interbankenzinssätze werden aus einer täglichen Umfrage unter Banken gebildet. Die Teilnehmer werden dabei gefragt, wie viel es in verschiedenen Währungen kosten würde, wenn sie sich für 15 verschiedene Laufzeiten untereinander Geld liehen. Nachdem extreme Ausreißer ausgeschlossen worden sind, wird der Durchschnitt gebildet und die Zahlen veröffentlicht.

Die Aufsichtsbehörden prüfen nun, ob während der Kreditkrise Banken bei ihren Angaben untertrieben haben oder ob Händler den Libor manipulierten um Gewinne zu erzielen. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, wird gegenwärtig untersucht, ob Händler von Deutsche Bank AG, HSBC Holdings Plc, Société Générale SA und Crédit Agricole SA Verbindungen zu einem ehemaligen Mitarbeiter von Barclays hatten.

Für eine Bank wurde der Skandal bereits teuer: Die gemessen an der Bilanzsumme zweitgrößte britische Bank Barclays Plc musste Ende Juni im Rahmen eines Vergleichs eine Geldstrafe von 290 Mill. Pfund zahlen. Inzwischen wird gegen ein weiteres Dutzend Banken ermittelt, darunter Citigroup Inc., Royal Bank of Scotland Group Plc, UBS AG, Credit Suisse Group AG und Lloyds Banking Group Plc.

Goldman und Morgan Stanley gehören nicht zu den Banken, die an der Libor-Umfrage teilnahmen. Hintz fragte bei einer Telefonkonferenz Mitte Juni Goldman-Sachs-Finanzvorstand David Viniar, ob sich seine Bank als “geschädigter Marktteilnehmer” ansähe, falls die Konkurrenten den Zinssatz beeinflusst hätten. “Wir werden uns das eine Weile anschauen”, antwortete Viniar, 56. “Sagen wir mal, wir sind kein Lieferant von Libor-Daten und dabei wollen wir es belassen.”

Banken außerhalb des illustren Kreises der Libor-Zulieferer könnten Sammelklagen betrogener Firmen beitreten, sagt Hintz. Wahrscheinlich jedoch würden sie nicht als Hauptkläger auftreten und sich möglicherweise eher außergerichtlich einigen um so die freundlichen Beziehungen zu bewahren, erwartet er.

Banken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley würden es vorziehen, sich unauffällig außergerichtlich zu einigen und auf Klagen zu verzichten, solange nicht weitere Geldinstitute ebenso wie Barclays bestraft würden, sagt James Cox, Professor für Wertpapierrecht an der Duke University in Durham im Bundesstaat North Carolina. Eine Reihe von erfolgreich abgeschlossenen Ermittlungen der Aufsichtsbehörden würde es den Unternehmen, die nicht zur Libor-Festsetzung beitragen, leichter machen, ihre Klagen durchzubringen, und gleichzeitig die möglichen Schadenszahlungen nach oben treiben, erläutert er. “Bis es soweit ist, bereitet sich jeder auf den Krieg vor.”

Einfach wird eine solche Klage sicher nicht. Klägern stehe ein schwieriger Weg bevor, weil sie zum Beispiel nachweisen müssen, wie viel sie eingebüßt haben, sagte Roy Smith, Professor für Betriebswirtschaft an der Universität New York. Dem ehemaligen Partner bei Goldman Sachs zufolge werden bei den Libor-Umfragen die höchsten und niedrigsten Angaben entfernt. Es sei deshalb schwierig festzustellen, welches Geldhaus für die Beeinflussung des Endergebnisses verantwortlich sei. Zudem dürften die Regulierungsbehörden von den Vorgängen gewusst haben und sie trotzdem nicht gestoppt haben. Damit würde ein Verfahren deutlich komplizierter, sagte Smith. In Großbritannien haben Abgeordnete bereits den britischen Notenbankchef Mervyn King und seinen Stellvertreter Paul Tucker zu ihrer Rolle in dem Skandal befragt.

Laut in der vergangenen Woche veröffentlichter Dokumente der New Yorker Fed wusste die Notenbank, dass Barclays zu niedrige Werte angab, und empfahl deshalb Änderungen bei der Libor-Festsetzung. “Es macht es sogar noch komplizierter wenn es so scheint, als ob die Aufsichtsbehörden informiert gewesen seien und nichts unternommen haben. Das bedeutet, dass es nicht illegal war”, sagte Smith. “Alles was ich sagen kann ist ’Viel Glück beim Verklagen’.”
(Bloomberg)


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren

07.06.2013
Trevor
Greetham

Disinflation: Gut für Aktien
07.06.2013
Monika
Rosen

Aktien weiter bevorzugen
 
 
loading..

Archivsuche:


Fonds-Matrix
DNB     Vontobel

 
Aktuelle Newsletter
Anleihen Express
 
Robert Gillinger, 18.06.2013
Liebe LeserInnen, das hätten wir uns gern erspart. Nun hat auch die Alpenrepublik einen Default - zumindest in Aussicht. Natürlich wird Alpine nicht die erste Restrukturierung eines Unternehmens sein, bei dem auch Anleihegläubiger bluten müs...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 18.6: Wie ein Anglist und ein Philosoph andere Fondsmanager um Längen schlagen
 
Harald Fercher, 18.06.2013
Liebe Leserinnen und Leser, ein Abschluss in Anglistik (in Österreich wäre Germanistik das entsprechende Fach) und ein Doktor in Philosophie gehören hierzulande zu jenen Universitätsabschlüssen, die man als "Orchideenfächer" bezeichnen würde. D...
weiterlesen


(Noch-heisser-er) Morning Espresso für Trader, 18.6.
 
18.06.2013
Liebe Leser! Unter dem Damoklesschwert der amerikanischen Geldpolitik haben die US-Börsen am Montag nach den Verlusten der Vorwoche merklich zugelegt. Der Dow Jones Industrial reagierte im Verlauf sensibel auf Hoffnungen und Befürchtungen vor d...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 17.6
 
Susanne Leiter, 17.06.2013
Liebe Leserinnen und Leser, 15.000 Flaschen edler französischer Weine akzeptierte Goldman Sachs als Sicherheit für einen Kredit. Der Kreditnehmer: Andrew Cader, früherer Senior Director bei Goldman Sachs. “Es wird wohl nicht der allgemeinen Öff...
weiterlesen


Fonds-Express
 
Robert Gillinger, 17.06.2013
Sehr geehrte LeserInnen, Noch sitzen die Anleger wie vor einer hypnotisierenden Kobra - und warten auf den nächsten Zinsentscheid der Fed. Eigentlich nicht auf diesen, einzig darauf, ob der Geldsegen in Form eines QE weitergeht. Zuletzt mehr...
weiterlesen


New Media Express
 
Josef Chladek, 16.06.2013
n/a
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 14. Juni
 
Christa Grünberg, 14.06.2013
Sehr geehrte LeserInnen, in Österreich sollen 5000 Investoren mit bis zu 700 Millionen Euro in Schiffsfonds investiert sein. Viele sind mit ausbleibenden Renditen und sogar Nachforderungen der Fonds konfrontiert. Eine neue Klageflut rollt nun a...
weiterlesen