Immer mehr Bürogebäude in Wien, vor allem in der Inneren Stadt, werden zu Wohnhäusern oder Hotels umgebaut. Kein Gewerbeimmobilien-Investor könne sich die stark gestiegenen Immobilienpreise in der Innenstadt mehr leisten, sagte CBRE Österreich/CEE-Geschäftsführer Andreas Ridder. Der Quadratmeterpreis für Wohnungen in der Wiener City beträgt derzeit laut dem Portal immopreise.at je nach Grösse im Schnitt zwischen 8.200 bis 10.800 Euro. Absolute Luxusimmobilien kosten bereits 30.000 Euro. Ein Investor könne aber nur 7.500 Euro pro Quadratmeter zahlen, weil er derzeit höchstens eine Spitzenmiete von 25 Euro pro Quadratmeter verlangen könne, erklärte der Immobilienexperte.
Die Wohnungsimmobilienpreise in Wien seien "langfristig nicht haltbar", warnte der Österreich-Chef des internationalen Immobiliendienstleisters CBRE. "Ich würde nicht sagen, dass wir keine Blase haben." Er sei beunruhigt, wenn sich sogar ein Manager im 4. Wiener Gemeindebezirk keine Wohnung mehr leisten könne. Laut dem Immobilienpreis-Index der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sind die Preise je Quadratmeter für neue und gebrauchte Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in Wien zwischen 2004 und dem 1. Quartal 2012 um rund 70 Prozent gestiegen. Österreichweit (ohne Wien) erhöhten sich die Preise in diesem Zeitraum um 39 Prozent.
Die meisten Käufer hätten bereits Wohnungen und würden aus Angst nur Gelder umschichten. Die Mieten für teure Wohnungen seien in Wien aber bereits wieder am Sinken, weil wohlhabende Mieter selbst Immobilien erwerben würden. Damit würden diese Immo-Käufe unattraktiv. Wenn sich die Unsicherheit über die Eurokrise verflüchtige, "dann wird dieser Hype aufhören müssen", betonte Ridder.
Der Wiener Büromarkt hat sich im 1. Halbjahr laut CBRE trotz Euro-Krise "durchaus positiv entwickelt". Die Spitzenmiete pro Quadratmeter/Monat belief sich am Ende des 1. Halbjahr 2012 auf 24,5 Euro und war damit um rund 4 Prozent höher als am Ende des 1. Halbjahrs 2011. In den guten und durchschnittlichen Bürolagen seien die Mietpreise "zum grössten Teil stabil" geblieben. Die Leerstandsrate betrug am Ende des Halbjahr rund 6 Prozent und soll bis Jahresende wegen geringerer Vermietungen und neuen Flächen auf 6,7 Prozent steigen. Die Spitzenrendite für Investoren werde aber stabil bei 5,2 Prozent verbleiben.
Investoren haben im 1. Halbjahr bei Wiener Immobilien weniger zugegriffen: Das Volumen ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 18 Prozent auf 550 Mio. Euro zurückgegangen. Der Rückgang sei auf mangelnde Spitzenobjekte sowie die schwierige Finanzierung für andere Immobilien zurückzuführen. 38 Prozent der verkauften Immobilien entfielen auf Büros, 32 Prozent auf Retail (Handel), 16 Prozent auf Hotelgebäude und 12 Prozent auf Wohnimmobilien. Anstatt der vorsichtigeren Banken würden Versicherungen hierzulande bald eine wichtigere Rolle bei der Finanzierung spielen, rechnet Ridder. Bis Jahresende erwartet CBRE in Wien ein Investmentvolumen von 1,6 bis 1,8 Milliarden Euro.
(apa)






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