Kommentar von Ad van Tiggelen, Senior Investment Specialist, Investment Content Management bei ING IM
Die politischen Verantwortungsträger in den westlichen Ländern greifen zunehmend auf massive Liquiditätsspritzen zurück, um die Überalterung ihrer Volkswirtschaften zu verschleiern. Die Länder setzen quantitative Lockerungen („QE“) genau so ein wie Privatleute Botox verwenden: Sie versuchen verzweifelt, ihre Falten zu glätten und für immer jung auszusehen. Aber die Finanzmärkte lassen sich nicht so leicht zum Narren halten.
Nach knapp siebzig Wachstumsjahren sind die westlichen Volkswirtschaften inzwischen spürbar gealtert. Sie müssen eine historisch hohe Schuldenlast tragen (im Durchschnitt das Drei- bis Vierfache ihres BIP, wenn alle Arten von Schulden zusammengerechnet werden) und mit einer ungünstigen demografischen Entwicklung fertig werden (im Jahr 2050 wird nahezu jeder dritte Europäer über 65 Jahre alt sein). Damit verlieren sie ihr natürliches Wachstumspotenzial, das einst von einer jungen Bevölkerung und einer einfachen Schuldenfinanzierung ausging. Deshalb besannen sich die politischen Verantwortungsträger auf die „Botox-Economy“.
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