In China soll eine neue Handelsplattform für Seltene Erden entstehen. Damit dürfte der Einfluss der Volksrepublik auf die Preise strategisch wichtiger Bodenschätze weiter zunehmen.
Wie der landesgrösste Produzent Seltener Erden, Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth (Group) Hi-Tech Co., auf seiner Webseite mitteilte, soll der Handel über die neue Plattform am 8. August starten. Rund zehn grosse chinesische Produzenten seltener Erden sollen teilnehmen. Das Unternehmen selbst reagierte auf Anfragen nicht.
Die geplante Handelsplattform könnte neues Licht in den extrem undurchsichtigen Markt für Seltene Erden bringen. Bisher werden die Spezialmineralien nicht öffentlich gehandelt und nur in sehr geringen Mengen verkauft. Preise sind nur über einige wenige Quellen verfügbar.
Sollte der neue Handelsplatz Erfolg haben, könnten Chinas Unternehmen noch mehr Preismacht in der Rohstoffindustrie bekommen. Schon im Mai hatte China eine neue Handelsplattform für Eisenerz eingerichtet, die aber bisher kaum genutzt wird. Zudem hat die Volksrepublik schon mehrfach signalisiert, dass sie einen eigenen Marktplatz für Öl-Futures schaffen will, der den entsprechenden Börsen in New York und London Konkurrenz machen soll.
China kontrolliert rund 95 Prozent der weltweiten Produktion an Seltenen Erden und versucht, seine Ausfuhren knapp zu halten. Darüber haben sich die USA, Japan und Europa schon bei der Welthandelsorganisation (WTO) beschwert. Seltene Erden kommen in zahlreichen Produkten zum Einsatz – von Unterhaltungselektronik über Batterien bis hin zu Verteidigungssystemen.
Die US-Regierung sagte im vergangenen Monat, sie sei „tief beunruhigt", dass China seine Exporte an seltenen Erden zu begrenzen versucht. Nach Abschluss von Gesprächen zwischen den USA und China im Rahmen der WTO wollen die Amerikaner festlegen, wie sie in der Sache weiter vorgehen.
Wegen nachlassender Nachfrage hat sich der Preis für führende Spezialmineralien wie Neodym seit dem vergangenen Jahr fast halbiert. China versucht zwar, die Preise über Exportquoten zu stützen. Doch wegen der schwachen Nachfrage haben Chinas Exporteure im vergangenen Jahr nur 62 Prozent des erlaubten Kontingents genutzt. Und auch in diesem Jahr haben sie nach Industrieangaben erst knapp ein Viertel der Quote in Anspruch genommen.
(WSJ)






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