Deutsche Banken und Versicherer müssen in den Abschlüssen für das zweite Quartal keine pauschalen Abschreibungen auf Papiere spanischer Banken vornehmen. Das stellte Klaus-Peter Feld, Vorstandsmitglied des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IdW), am Dienstag in Frankfurt klar. "Wir haben nicht die Thematik, dass wir Spanien pauschal abschreiben müssten." Von der Krise seien nur einzelne Banken wie die Sparkassen-Holding Bankia betroffen, die milliardenschwere Finanzhilfen beantragt hat. Dort müsse im Einzelfall entschieden werden, sagte Feld. "Das wird man weiter beobachten müssen."
Auch für spanische Staatsanleihen sind laut dem IdW keine Wertberichtigungen fällig - ausser bei Papieren, die die Banken nur für Handelszwecke halten und die deshalb stets zum Marktwert bilanziert werden müssen. Analysten hatten bereits für die in den kommenden Wochen anstehenden Zwischenberichte Ende Juni Wertberichtigungen befürchtet. Auch die unerwartete Entscheidung der Commerzbank, aus der Schiffsfinanzierung und der gewerblichen Immobilienfinanzierung auszusteigen, wurde mit drohenden Lasten in Milliardenhöhe in Spanien und Italien in Verbindung gebracht.
Der Verband, der die Richtschnur für eine einheitliche Bilanzierung in Deutschland setzt, drängt stattdessen auf mehr Transparenz: "Man sollte schon deutlich machen, ob und wie man im spanischen Bankensektor engagiert ist", sagte IdW-Vorstandssprecher Klaus-Peter Naumann. "Die Kernrisiken müssen deutlich werden." Dabei verlangten die Bilanzierungsexperten keine exakte Auflistung der betroffenen Papiere.
Auf Drängen der Wirtschaftsprüfer hatte die Finanzbranche in Deutschland ihre Bestände griechischer Staatsanleihen seit Mitte 2011 in drei Schritten bis auf ein Viertel des ursprünglichen Wertes abschreiben müssen - noch vor der tatsächlichen Umschuldung. Seit dem Ausbruch der Schuldenkrise verlangen die Wirtschaftsprüfer, dass die Geldhäuser ihr Engagement in den fünf Krisenstaaten ("PIIGS") in Süd-und Westeuropa in ihren Bilanzen aufschlüsseln. Im vergangenen Jahr allein haben die 14 grössten deutschen Banken ihre Bestände an PIIGS-Anleihen auf 32,7 (Ende 2010: 58,8) Mrd. Euro fast halbiert. Etwa 7 Mrd. Euro davon entfielen auf den Schuldenschnitt in Griechenland.
APA






DNB
Vontobel
weiterlesen