BElogs foonds
 
 Last 24h: 8 

Twitter

 
Infofolder:
Sondernummer
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 16:18, 21.5.2013

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

offener Brief

© http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Benh

Französische Wirtschaftspolitik unter Präsident Hollande ein einziges Debakel   Facebook be



10.07.2012
 
Sozialistischer Wirtschaftspopulismus


Die Zustände in Frankreich seit der Wahl François Hollandes zum Präsidenten sind derartig besorgniserregend, dass der renommierte Fondsmanager Edouard Carmignac nicht umhin kann, die Missstände in einem offenen Brief an Präsident Hollande zu geißeln, der inzwischen auch in etlichen Zeitungen veröffentlicht wurde. Hollande setzt demzufolge alles daran, die schwache französische Wirtschaft mit populistischen Zugeständnissen an seine Wähler endgültig zu ruinieren und die anderen EU-Zahlerländer wie Deutschland (und Österreich) dürfen das auch noch mitfinanzieren, etwa die Senkung des Pensionsalters.

Der auch auf der Österreich-Homepage von Carmignac http://www.carmignac.at/ publizierte offene Brief lautet in ungekürzter Form:

Paris, 4. Juli 2012

Monsieur le Président,

Sie sind vor kurzem nach einer besonders geschickt und erfolgreich geführten Wahlkampagne mit der gesamten Machtfülle gewählt worden. Damit bietet sich Ihnen die historische Gelegenheit, unser Land tiefgreifend zu reformieren. Auf diese Weise könnte Frankreich die bevorstehenden Herausforderungen, mit Unterstützung der gesamten Gesellschaft besser meistern.

Die ersten von Ihrer Regierung bekannt gegebenen Projekte gehen leider nicht in diese Richtung, sondern sind vielmehr eine Anhäufung von verhängnisvollen Drohungen. Die Umsetzung eines geradezu enteignenden Steuerwesens würde die Führungsspitzen unserer Unternehmen vertreiben und den Exodus ihrer Führungskräfte beschleunigen sowie die Investitionen der kleinen und mittelständischen Unternehmen einfrieren lassen. Die geplante Mehrbelastung der Mittelschicht würde zudem die durch die 35-Stunden-Woche ohnehin gesunkene Arbeitsmoral, weiter schwächen. Letztlich würden auch die niedrigsten Einkommensschichten nicht verschont. Die Überbesteuerung von Überstunden wird ihre Kaufkraft beschneiden, während die Pläne zur Förderung des Sparbuches, des Livret A zwar sicherlich die Platzierung von Staatsschulden erleichtern, aber auch einen höheren Teil der Volksersparnisse in einer Anlage mit mittelmäßiger Rendite binden würde.

Die Schröpfung eines gesamten Landes, um das Überleben eines überholten Gesellschaftsmodells zu gewährleisten, ist ein von Anfang an zum Misserfolg verdammtes Projekt, das sich bestenfalls während einiger Monate realisieren lässt. Darüber hinaus auch unsere deutschen Freunde zur Kasse bitten zu wollen, ist ein gefährliches und unüberlegtes Unterfangen. Warum sollten sie auch einem Beitrag zur Finanzierung des Ruhestands ab 60 Jahren in Frankreich zustimmen, wo doch ihr eigenes Rentenalter selbst gerade bis auf 67 Jahre angehoben wurde? Sicherlich hätte Deutschland bei einem Auseinanderfallen des Euro viel zu verlieren. Es ist politisch aber nicht vertretbar, von Deutschland eine Unterstützung für den Erhalt sozialer Errungenschaften einzufordern, welche sich das Land selbst nicht zugesteht. Zudem ist es unrealistisch zu erwarten, dass Deutschland alleine die Last eines Europa, das weit über seinen Verhältnissen lebt, tragen könnte.

Wollen wir den Kern unserer sozialen Errungenschaften auf lange Sicht erhalten, indem wir mutige Reformprogramme umsetzen, oder wollen wir diese gefährden, indem wir Frankreich auslaugen und damit das Projekt Europa aufs Spiel setzen? Sie stehen vor einem furchtbaren Dilemma. Ich hoffe in unser aller Interesse, Sie treffen die richtige Entscheidung.

Hochachtungsvoll Ihr
Edouard Carmignac


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren


Weitere interessante Artikel
 
 
 
 
 
 

21.05.2013
Stefan
Gutbrunner

Die Wahrheit über den DAX
 
 
loading..

Archivsuche:


Fonds-Matrix
DNB     Vontobel

 
Aktuelle Newsletter
foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 21. Mai 2013
 
Stefan Gutbrunner, 21.05.2013
Werte Leserinnen und Leser, Die österreichische Bevölkerung weist das beste Geldanlage-Wissen in ganz Europa auf - zumindest nach eigener Einschätzung. 43 Prozent der Befragten bewerten das eigene Wissen zum Thema Geldanlage als mittelmäßig ode...
weiterlesen


Anleihen Express
 
Robert Gillinger, 21.05.2013
Liebe LeserInnen, USA, Japan, Großbritannien - die kommenden Tage werden für Notenbank-Beobachter spannend. Entweder steht eine Zinssitzung an, oder die letzte Zusammenkunft wird als Minutes kommentiert. Da die Japaner mittlerweile aber glaub...
weiterlesen


(Nach-Pfingst-ig-er) Morning Espresso für Trader, 21.5.
 
21.05.2013
Liebe Leser! Der US-Leitindex Dow Jones Industrial ist am Montag nach der jüngsten Rekordjagd etwas tiefer aus dem Handel gegangen. Zeitweise hatte er sie sogar moderat fortgesetzt und sich deutlich der Marke von 15.400 Punkten genähert. Mit ei...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 17.Mai
 
Christa Grünberg, 17.05.2013
Sehr geehrte LeserInnen, mein Kollege Christoph Rohrmoser hat den schwierigen Versuch unternommen, verschiedenen Ungereimtheiten rund um den Goldpreissturz im April auf den Grund zu gehen und hat dazu den deutschen Rohstoffexperten und Mitorgan...
weiterlesen


Zertifikate Express
 
Michael Plos, 17.05.2013
Liebe LeserInnen! Willkommen bei der neuen Ausgabe des österreichischen Newsletters für Zertifikate und CFDs! Anfang der Woche gingen sowohl der Zertifikate Award 2013 als auch der Zertifikate Kongress 2013 über die Bühne. Als Location wur...
weiterlesen


New Media Express
 
Josef Chladek, 17.05.2013
n/a
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 16.Mai
 
Christa Grünberg, 16.05.2013
Sehr geehrte LeserInnen, wie viele von den 100.000 österreichischen Haushalten mit Fremdwährungskrediten, die im Vergleich zu 2008 nicht mehr in der Statistik der FMA aufscheinen, wurden wohl mehr oder weniger dazu genötigt, in einen Eurokredit...
weiterlesen