Die Spekulationen über Slowenien als den nächsten Rettungskandidaten in der Eurozone bringen slowenische Staatsanleihen stark unter Druck. Die Zinsen für slowenische zehnjährige Anleihen haben am Montag im Verlauf die psychologisch kritische Marke von 7 Prozent überschritten und lagen im Frühhandel sogar über den spanischen Renditen. Gegen Mittag sind die Renditen für slowenische Anleihen wieder knapp unter die 7-Prozent-Marke gefallen und lagen bei 6,93 Prozent.
Die Zinsen für slowenische Anleihen mit einer Laufzeit bis 2021 sind im Frühhandel auf dem Sekundärmarkt um 0,45 Prozentpunkte auf 7,19 Prozent gestiegen, geht aus den Daten der europäischen Anleihehandelsplattform MTS hervor. Die spanischen Renditen lagen im Frühhandel bei 7,08 Prozent.
Slowenien wird an den Finanzmärkten als sechster Kandidat für den Euro-Rettungsschirm gehandelt. Obwohl sowohl die slowenische Regierung als auch die EU-Kommission die Gerüchte über einen baldigen Hilfsantrag zurückweisen, wächst der Druck auf das kleine Euro-Land. Slowenien leidet unter einem Einbruch der Wirtschaft und hat ähnlich wie Spanien Probleme mit einem maroden Bankensektor. Ljubljana behauptet jedoch, den angeschlagenen Bankensektor aus eigener Kraft sanieren zu können. Die Regierung schließt aber ein Hilfegesuch nicht aus, wenn sich die Situation bei den Banken verschlechtern sollte.
An den hartnäckigen Spekulationen ist die slowenische Regierung nicht ganz unschuldig. Der konservative Regierungschef Janez Jansa benutzte wiederholt eine alarmierende Rhetorik über die finanzielle Verfassung des Landes, um die Opposition zur Unterstützung der Schuldenbremse zu zwingen. Doch reagiert haben darauf die internationalen Finanzmärkte.
APA






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